Frässchwanz B504

technische Daten

  • Arbeitsbreite: 50cm
  • Arbeitstiefe: verstellbar, bis 20cm
  • verschiedene Haken in jeweils linker & rechter Ausführung
  • ca. 50kg
  • ca. 2000m²/h Flächenleistung
  • Stahlräder Ø 46cm
  • Gegengewicht 7,75kg & Halter
  • Endverbraucherpreis (EVP) 1580,- Mark der DDR zur Leipziger Frühjahrsmesse 1989

Die Ölfüllmenge für den Antrieb beträgt 0,5l Getriebeöl (ehem. GL125, hier könnt Ihr bedenkenlos ein einfaches SAE90 GL3 verwenden). Es gab Spitz-, Tiefenarbeits- und Schälhaken in jeweils linker und rechter Ausführung, allerdings habe ich auch schon Bilder von Umbauten analog zur Rotorhacke A11 vom kleinen Fortschritt gesehen. Zu finden waren die Bilder in einer uralten Verkaufsanzeige. Ich hätte Euch gern die Bilder ohne den Umweg gezeigt, allerdings möchte dies der nette Geschäftsführer nach mehrfacher Nachfrage (alle guten Dinge sind drei) nicht. Offenbarbar war er angepißt, als ich ihn davon in Kenntnis setzte, seine Bilder nutzen zu wollen, so er meine Anfrage ein weiteres Mal ignoriert und auf diese Weise sein Desinteresse zeigt. Die Reaktion kam dann halt prompt. Warum eigentlich nicht schon beim ersten Mal? Statt "Mit freundlicher Genehmigung von..."  - Eigentor!

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Das Verkaufsportal wurde zwischenzeitlich offenbar aus dem Netz genommen und damit auch die Anzeige gelöscht, allerdings hatte ich einen Screenshot von dieser gemacht und zur Dokumentation gesichert. Nur darum geht es und nicht um Befindlichkeiten von Herrn / Frau / diverse / beliebige / C3PO¹) Müller, Meyer oder Schulze... 🙄 Mit ausreichender manueller Vergrößerung sollte die technische Umsetzung an der Fräse erkennbar sein.

¹) sollte ich irgendein Allien oder Amöbe vergessen haben, beschwert Euch beim örtlichen
Verbraucherschützer oder klebt Euch auf die Straße, vllt. hilft das.

Nicht ganz ungefährlich ist der Betrieb vom Frässchwanz, also vernünftiges Schuhwerk tragen und vor allem die Fräse abschalten, wenn Ihr auch "nur mal kurz" rückwärts fahrt! Stolpert Ihr und laßt dabei den Lenker vor Schreck los, schiebt Euch der ET gnadenlos über'n Haufen und das bei drehender Fräse - Mahlzeit! Spätestens jetzt solltet Ihr mal über einen NOTAUS-Schalter am Lenker oder auch über eine mechanische Zwangsabschaltung der Fräse beim Einlegen vom Rückwärtsgang nachdenken. Das kann letztlich durch eine starre (zum Mähen abnehmbare) Verbindung zwischen beiden Schaltstangen gelöst werden. Die Maschine wurde zu einer Zeit konstruiert, in der es noch kein Händienetz auf dem Feld gab und sich die Ablenkungen auf: "Ne Menge Holz vor..." - das hatten wir schon - beschränkten.

PS: Nein, die "Achtung Gefahr...!" - Aufkleber gibt es nirgendwo zu kaufen. Das waren auch keine Aufkleber, wie wir sie heute kennen, sondern so eine Art Abzieh- oder auch Wischbild. Nur falls diese Frage nochmal auftauchen sollte.

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Mit der Fräse wurde das Kontergewicht samt Halter ausgeliefert. Heute sind noch ziemlich oft die Halter zu finden, die Gewichte selbst sind mittlerweile aber eher selten im Vergleich. Eignen die sich doch hervorragend als Gewicht um Türen und Tore offen zu halten und so gerät die eigentliche Bestimmung oft in Vergessenheit. Das Kontergewicht bringt ca. 7,75kg auf die Waage. Zum Vergleich, das Radgewicht vom Fortschritt E930/931 schafft es auf 12,75kg und dort waren bis zu vier dieser Zusatzgewichte vorgesehen (je nach Rüstsatz auch noch weitere). Außer das man bei Originalbereifung deutlich an Bodenfreiheit und Bewegungsspielraum verliert, schützt der Halter nebenbei recht zuverlässig das Kurbelgehäuse vor unsanftem Bodenkontakt. So hat eben alles seine Vor- und Nachteile.
=> Tipp: Wer keinen Halter hat, aber die Vorteile vom Unterfahrschutz haben will, nimmt Flachmaterial und biegt sich das in Form. Damit verliert man nicht ganz so viel Bodenfreiheit und schützt das Kurbelgehäuse.

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Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auch die Stahlkranzräder zum Lieferumfang des B504 gehörten. Soweit mir bekannt, konnten die aber auch einzeln erworben werden. 

Zum Problem beim Fräsen wird recht oft die Abdeckung, vielmehr die Konstruktion der Befestigung, welche die Haube letztendlich leicht seitlich wandern läßt und sich deshalb gelegentlich die Fräshaken darin verfangen, zumal diese ja auch nicht starr auf der Welle, sondern federnd verbunden sind. Die Seitenwände der Hauben sind demzufolge sehr oft völlig verbeult und mit den wildestens Konstruktionen "verstärkt" oder gleich ganz entfernt. Überdenkt doch mal die gefederten Ösen vorn. Muss die Haube tatsächlich werkzeuglos komplett abnehmbar sein oder reicht zum Reinigen nicht auch grundsätzlich ein vollständiges Wegklappen? Fräsen ohne Haube ist dann eher ein belustigendes Schauspiel für neugierige Passanten und erinnert an den Einsatz eines Miststreuers HTS 60.04 => mittendrin, statt nur dabei.

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Ein sehr interessantes Detail der Gitterräder ist die Tatsache, dass die originale AS-Bereifung 4.00-8 (auch bekannt vom Fortschritt E930/931) exakt in die Gitterkränze paßt. Das ist mit ziemlicher Sicherheit nur ein Zufall, erweitert aber die (Zweit-)Verwendungsmöglichkeiten der Gitterräder eben am Fortschritt. Luft ablassen, Gitterräder aufstecken, aufpumpen und los gehts! Aufgefallen ist mir dies, weil ich meine Gitterräder in der großen Ersatzteilkiste verstauen wollte und zufällig ein Rad vom Fortschritt (auch wenn in dem Fall auf einer HP400-Felge) da mit herum lag... "Nanu, das paßt doch perfekt!"