Der ET081
Einachstraktoren aus Wutha / Thüringen

Der Motor EL65

Ich habe mittlerweile auch ein paar EL65 hier rumstehen und werde über kurz oder lang auch auf diese Motoren etwas näher eingehen...

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technische Daten:

  • Einzylinder-Zweitakt mit Umkehrspülung
  • Hubraum 63,7cm³
  • Drehzahl zw. 3000, bzw. 4500U/min mit den verschiedenen Drehzahlreglern oder zw. 2000 und 4800 U/min mit Bowdenzugsteuerung
  • Drehrichtung links oder rechts (EL66) auf Antrieb gesehen
  • Leistung 1,5 PS/3000 U/min oder 2,0 PS/4500 U/min
  • Drehmoment 3,6Nm/2800 U/min
  • Verbrauch 0,9l/h bei Volllast, 1:25 Gemisch
  • Gewicht 11kg

Den Motor im Bild hatte ich vor einigen Jahren im thüringischen Bad Berka erworben. Er soll auf einem Betonmischer K75/B gelaufen sein und ist insgesamt in einem ziemlich guten Zustand. Einzig der Verstellkram des originalen Vergasers (Druckstange) ist eigenartigerweise ziemlich verschlissen, aber das rührt wohl aus den verschiedensten "Einstellversuchen", ggf. auf den Verschleiß aufgrund von Vibrationen her? Montiert war noch ein Untersetzungsgetriebe, aber das hat bereits einen Interessenten gefunden. Für faire 60,- € kann ich da wirklich nicht meckern. Der Motor soll mit nagelneuem Vergaser auf einem kleinen 0,63kVA-Notstromer zum Einsatz kommen, dessen Motor und / oder Drehzahlregler vom Vorbesitzer offenbar völlig verheizt wurde.

Im besagten Drehzahlregler hatte ich zwar ausreichend Öl gefunden, allerdings auch einen Haufen Späne und Aluabrieb. Letztgenannter stammt vom Innern des Dehzahlbegrenzergehäuses und wird von den Gewichten auf der Begrenzerwelle bei zu hoher Drehzahl abgeschliffen. die Stahlspäne kommen offenbar von der Wellenverzahnung, denn die ist völlig fertig. Allerdings fehlte im Inneren das abgebrochene Druckplättchen der Verstellhebelachse. Dieses Reststück scheint zu groß, um durch die Ölöffnungen in den direkten Wirkbereich der Fliehkraftverstellung gelangt und dort zerkleinert worden zu sein. Also war da schon mal jemand bei, um dieses Bruchstück aus der vorderen Kammer zu entfernen. 

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Verkauft wurde mir der kleine Notstromer mit zuuuuufällig am Vortag zum Probestart gebrochener Feder vom Seilzugstarter. Damit war ein Vorführen vor Ort natürlich nicht möglich. D.h. der Schaden am Drehzahlbegrenzer wurde auf diese Art und Weise bewusst verschleiert. Ein Video vom Probelauf wollte mir der Verkäufer schicken. Der Motor sieht nicht so aus, als ob er schon mal vom Generator getrennt wurde, allerdings werde ich auf Spurensuche gehen, sobald ich ihn getrennt habe und mir die Verzahnung für die Drehzahlreglerwelle auf dem Kurbeltrieb und natürlich auch den Sicherungslack vom Betriebsstundenzähler näher ansehen. Angeblich soll der kleine Generator knappe 20 Betriebsstunden haben und damit defakto neu sein. Auch das war natürlich ein Kleinanzeigendeal und Ihr seht, man wird bis auf wenige Ausnahmen ganz bewußt betrogen und hinters Licht geführt. Ich mutmaße mal, da der Vorbesitzer meinte, er hätte noch einen baugleichen Generator (Probelaufvideo, klingelt da was?), dass er die defekten Teile einfach nur hin- und hergetauscht hatte. Nachdem ich eine neue Feder eingebaut hatte, sprang der Motor erst nach ein paar "Zaubertricks" an. Da liegt die Vermutung nahe, dass da eben kein "Probelauf" stattfand. Ich werde sehen, ob der Betriebsstundenzähler unberührt ist und natürlich auch einen Blick auf die Kohlen und die Schleifflächen vom Generatorläufer werfen.
Achtung: Bei den Federn / Seilzugstartern gab es zwei verschiedene Ausführungen die untereinander nicht kompatibel sind! Die Starter können aber im Ganzen problemlos gegeneinander getauscht werden. Schaut Euch bitte die Federaufnahme ganz genau an, da gehören weder Schrauben mit dicken Köpfen noch sonst irgendwelcher Blödsinn eingebaut. Der Grund weshalb Eure Federn brechen ist, dass Eure Startseile zu lang und nicht entsprechend eingestellt sind. Damit spannt Ihr die Federn bei jedem Startvorgang zu weit und deshalb brechen sie. Also Startseil entsprechend einkürzen, dass da ca. 2 - 2½ Umdrehungen der Feder bei komplett abgezogenem Startseil auf der inneren Führung verbleiben und die Feder wird niemals kaputt gehen!

Was will der Typ mit solch kleinem Generator? Rund 600 Watt elektr. Leistung ziehen doch nicht die Salami vom Brot!!! Nein, natürlich nicht, 600W reichen aber aus, um die Tiefkühltruhe für's Hundefutter mal für 1 - 2h/Tag kühlen zu lassen und mit dem minimalen Verbrauch ist das einfach nur eine simple Rechenaufgabe mit der Anzahl der (gefüllten) Reservekanister. Da sich unsere gewählten Volksvertreter in der Regierung ganz offensichtlich gegen ihren Amtseid und die Interessen der eigenen Bevölkerung stellen, sollte man einfach ein bissel vorbeugen. Wir konnten u.a. in Jugoslawien, im Irak und in Lybien eindrucksvoll sehen, was passiert, wenn die Infrastruktur zerkloppt wird und können uns live und in Farbe ein Bild ganz aktuell in der Ukraine davon machen.

Lwiw bei Nacht um den 10./11. Oktober '22 ist in etwa das, was uns vermutlich bei der Energiepolitik dieser Regierung, den plötzlich weltweit in Rauch und Flammen aufgehenden Energieinfrastrukturbauwerken und nach dem Weihnachtsheileweltjubeltrubeleiterkeitirrsinn auch bevorstehen wird. Hoffentlich ohne das Heulen der Luftschutzsirenen und Einschläge von Kalibr-Marschflugkörpern, wobei ich das auch nicht ausschließen kann! Ich nehme noch Wetten entgegen, wann Turkish-Stream platzt um Europa endgültig als Konkurenten für die US-Wirtschaft aus- und als neuen Absatzmarkt einzuschalten. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde und deswegen bleiben auch die Ermittlungsergebnisse zu Nord-Stream geheim, quasi NfD, "Nur im Tresor zu lesen!". Glaubt Ihr nicht? Lest weiter!

Nach Verneinung von Erkenntnissen zu den Hintergründen der Nord-Stream-Sprengung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Żaklin Nastić der Partei Die Linke, erweitert die amtierende Bundesregierung im Rundumschlag die Geheimhaltung umfassend.

"... Darüber hinaus ist die Bundesregierung nach sorgfältiger Abwägung zu dem Schluss gekommen, dass weitere Auskünfte aus Gründen des Staatswohls nicht – auch nicht in eingestufter Form – erteilt werden können. ..."*

*Quelle: Anti-Spiegel / Thomas Röper
*Originalantwort der Bundesregierung

Das erinnert mich an diese Phrase aus den USA, dass "aus Gründen der nationalen Sicherheit" irgendwo in Hintertimbuktu Bomben auf Hochzeitsveranstaltungen geworfen und wahllos Zivilisten aus Hubschraubern abgeknallt werden müssen und Menschen, die solche Sauereien aufdecken, jämmerlich im Knast verrecken. Wie war das doch gleich mit den NSU-Akten, für 120 Jahre bleiben die "zum Schutz der Beteiligten" hinter Schloss und Riegel.

"...Ihr schreibt uns unsere Feinde vor. Öffnet Verbrechern Tür und Tor! Ihr sagt Russland ist der Feind. Durch die sind wir heute erst vereint. Die räumten damals ihr Quartier. Ihr aber lasst die Amis hier. Ihr macht auch keinen Vertrag für Frieden, ihr habt ihn absichtlich vermieden. Drum sage ich es heut und hier. Ihr seid bloß ihr, ihr seid nicht wir."

Unbekannt auf einer Demo im November 2022

Quelle: blob:https://webk.telegram.org/af63c46d-2d4e-48c3-a5ea-ed35dd8260ee
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Der Betriebsstundenzähler scheint unberührt und nach Wegpusten und -pinseln der dicken Staubschicht waren die Verschraubungen der Leitungen zum Zähler (und alle anderen diesbezüglich) nicht erkennbar bewegt worden. Die s.g. "Finow-Steckdose" wurde mal gegen eine ganz normale Steckdose einer Verlängerungsschnur getauscht (typischer DDR-Friem eben), aber da hatte ich sowieso vor, anstelle dieser Bastellösung eine richtige Schukosteckdose im Gehäuse zu montieren. Das läßt zumindest hoffen, dass am Notstromer tatsächlich "nur" die verschlissenen Teile irgendeines anderen Gerätes verschraubt wurden.

Leider ist ein Motortausch am GAB0,5 nicht mal eben fix mit drei Schräuchen raus- und wieder reindrehen zu machen, aber darauf läuft es leider hinaus. Ich hatte beide Kugellager der Drehzahlreglerwelle gezogen und mit ausgedrehter Zündkerze den Motor mal langsam durchgedreht, um mit Taschenlampe einen Blick auf die Verzahnung vom Kurbeltrieb zu werfen. Dieser Vollhonk von Vorbesitzer hat also nicht wie angenommen nur verschlissene Teile hin- und hergetauscht, sondern tatsächlich den Drehzahlregler am Motor durch überdrehen geschrottet. Die Verzahnung auf der Kurbelwelle sieht exakt genau so zerkloppt aus, wie die Welle oben im Bild. Wie das Plättchen (2. Bild oben) abbrechen kann, erschließt sich mir noch nicht wirklich, kann aber bei der geringen Gesamtlaufleistung eigentlich nur auf rohe Gewalt an der Drehzahlverstellmechanik zurück zu führen sein. Der Rest ist dann pure Dummheit und Null Plan von der Materie. Wir erinnern uns, 225V, 50Hz - dazu braucht der Generator ziemlich exakte 3000U/min und genau dafür ist der Drehzahlregler da. Zur Erinnerung, rein zuuuuufällig war am Tag vor dem Verkauf die Feder vom Reversierstarter gebrochen.

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Wie schon gesagt, Motortausch ist eine OP am offenen Herzen. Zuerst müssen mal Genrator und Motor aus dem Gestell, dann Vergaser, Hitzeschutzblech zwischen Motor und Schaltkasten ab und der Auspuff sollte auch runter, um ein bissel Platz zum Arbeiten zu haben. Der Elektroschaltkasten muss nicht demontiert werden, allerdings der hintere Deckel unter dem die Kohlen (blaue Pfeile, die übrigens sehr gut aussehen mit gut 19 Betriebsstunden) sitzen, müssen ausgebaut werden und die beiden M4er Schrauben (rote Pfeile), welche das Lagerschild (unten, roter Pfeil) halten, müssen raus. Danach die drei M6er Muttern lösen, welche den grünen Deckel am Generatorgehäuse sichern (unten, blaue Pfeile) und dann kann man den kompletten Motor mit Läufer vorsichtig aus dem Gehäuse ziehen. Im Grunde ganz simpel, man muss nur wissen was zu machen ist und in welcher Reihenfolge. Sollte sich das Gehäuse nicht trennen lassen, klebt warscheinlich die grüne oder blaue Farbe. Dort hilft die Klinge eines Teppichmessers und ein paar sanfte (!!!) Schläge mit dem Gummihammer links und rechts auf die Fußstrebe vom Generatorgehäuse, während man gleichzeitig am Motorgehäuse festhält. Das ganze muss nur etwa 1cm auseinander rutschen, danach kann man's vorsichtig ziehen.

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Um die Generatorwelle von der Kurbelwelle zu demontieren, sind die drei M6er Schrauben am Lüfter raus zu schrauben und danach kann die Läuferwelle durch ein bissel seitliches Wackeln vom Gegenstück auf dem Kurbelwellenkonus gelöst und zur Seite gelegt werden. Das ist nur ineinander gesteckt und wenn Ihr zwischen dem dünnen Blech der Luftschaufeln und dem Gehäusedeckel in den schmalen Spalt schaut, könnt Ihr auch die Trennstelle sehen (Hebeln bringt da nix!). Der Rest ist mit Abzieher zum Runterziehen des Gegenstückes vom Kurbelwellenkonus selbsterklärend.

Die Montage erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Denkt an das Reinigen und Fetten der Konusverbindung vom Kurbelwellenstumpf und dessen Gegenstück vom Generatorantrieb und wenn Ihr einmal das Reinigungsflies in der Hand habt, dürft Ihr auch die Schleifflächen der Kohlen (gelber Pfeil, Bild oben drüber) von Rückständen, Dreck, etc. vorsichtig befreien... Fett am Kugellager der Generatorwelle kontrollieren. Das war's schon, d.h. der Generator sollte wieder Strom und mit vernünftig eingestelltem Regler und sauberem Öl auch eine saubere Frequenzkurve liefern. Zum finalen Einstellen des Reglergestänges benötigt Ihr einen einfachen elektrischen Verbraucher mit 600W und ein Messgerät, mit dem Ihr Euch die Netzfrequenz anzeigen lassen könnt.

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Durch Längenänderung der Reglerstange läßt sich die Drehzahl vom Motor und damit die Frequenzkurve zwischen 49 und 51Hz exakt justieren. Das ist leider nicht ganz richtig, da habe ich Quatsch geschrieben. Durch die Längenänderung der Reglerstange läßt sicht der Verstellwinkel der Regelmechanik richtig einstellen. Die Drehzahl ändert und stellt sich durch Federkraft des automatisch nach oben gezogenen Gasschiebers (jeder "normale" Vergaser funktioniert genau anders herum!!!) und der entgegengesetzt wirkenden Fliehkraft im Drehzahlregler ein. Warum zw. 49 und 51Hz? Weil die elektrischen Geräte diese 2% Frequenzabweichung können (1% = 0,5Hz bei 50Hz Netzfrequenz). Durch Schaltvorgänge bei den angeschlossenen Geräten und der trägen Regelmechanik schwankt diese Frequenz beim Notstromer. Deswegen macht da im Regler auch frisches Öl (SAE90 GL3) Sinn, um die Reaktionszeiten so gering wie möglich zu halten. Mit dieser Schraube (gelber Pfeil) wird im Übrigen das Standgas am 16er BVF eingestellt.

So, läuft wieder der Kleine. Strom bringt er auch (hatte ich vorher schon getestet) und auch das Regeln funktioniert zufriedenstellend. Nun warte ich nur noch auf mein neues Multimeter (mein altes kann leider keine Frequenz anzeigen), um ggf. Schieberstellung vom Vergaser über's Gestänge zu justieren. Den Starter muss ich noch richtig positionieren, die "fliegende Steckdose" gegen eine fest montierte tauschen und den Tank entrosten, bzw. dem Notstromerchen mal eine brauchbare Tankgröße spendieren, dass der im Zweifelsfalle auch über Nacht durchlaufen könnte. Die originalen 3,5l reichen ja nur knappe 4h... Das Nebeln liegt am alten Sprit im Basteltank. Das müssten noch Reste der 1:22,5-Rizinusölmischung vom September '21, also von vor über einem Jahr sein. Fazit: Läuft. Für richtig Strombedarf habe ich noch einen BEA 3,5 mit 3,5kVA bei 225V (und das ist schon fett Leistung für einen Notstromer!) oder das GAB-4 mit 4kVA und 380V. An letztgenannten kann man die dicke Kreissäge anschließen... ;-)

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Pfusch am Bau? Der Austauschmotor lief zwar, allerdings hatte ich dem pauschal einen werksneuen Vergaser BVF 16NS1-2 spendiert. Im vorherigen Pumpenbetrieb, lief er nicht so wirklich gut, was ich u.a. mit der schleifenden Selbstbaufhardyscheibe zwischen den Flanschen in Verbindung gebracht hatte. Wie ich den originalen Vergaser vom Motor mal auf mache, kam mir dann das entgegen. Wie um alles in der Welt, bekommt man solch krumme Nadel in die Düse? So weggeknickt sieht das so aus, als ob das eine Art Drehzahlbegrenzungspfusch für den ursprünglichen Betonmischerbetrieb gewesen sein soll, oder die Düse für den Vergaser gar nicht vorgesehen und zu lang war. Der Sache muss ich mal auf den Grund gehen! Ich hatte mich nur gewundert, dass der an sich auf halbem Weg gut laufende Rundschieber ohne erkennbaren Grund nicht nach oben aus dem Vergasergehäuse heraus wollte. Dazu bedurfte es etwas mechanischem Nachdruck... :-\  

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Ursprünglich hatte ich mir den EL65 mit angeflanschter Pumpe als Ersatz zum Bewässern meiner Hundewiese gekauft, nachdem mein Fortschritt auf diesem Gebiet völlig versagte. Mit dem wackeligen E931 kann man mal eben fix ein Regenfass leer pumpen. Um den eine Stunde zum Bewässern einer Wiese laufen zu lassen, muss man schon ziemlich schmerzbefreit sein. Rechts im Bild das Problem. Die wirklich gute Pumpe "hängt" im Betrieb quasi nur auf dem Keilriemen und belastet und spannt diesen lediglich durch's eigene Gewicht. Das ist ein wahnsinniges Gewackel auf einer instabilen Maschine (bzgl. Standfestigkeit, Kippmoment, etc.), bei dem man wirklich Angst haben muss, dass der Keilriemen nicht einfach runter fliegt. Der Fortschritt kann viel, gar keine Frage, aber die wenigsten Dinge m.M.n. wirklich richtig gut. Dazu kommt die irrsinnige Lärmkulisse vom S51-Motor und glaubt mir, das ist etwas ganz anderes, wenn man auf dem Moped sitzt und Drehzahl in Geschwindigkeit umgesetzt wird, wie wenn die gleiche Drehzahlkulisse direkt vor einem die ganze Zeit herumlärmt und letztlich nix passiert. Ich mag den Fortschritt nicht wirklich, da passten Motoren- und Maschinenkonzept einfach nicht zueinander, was hier letzlich sogar bestätigt wird.

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Leider habe ich zu den kleinen EL-Pumpen bisher keine Dokumentation gefunden. Sie sind mit 1¼ Zoll Anschlüssen saug- und druckseitig ausgerüstet, haben aber leider im Gegensatz zur Fortschrittpumpe (1") kaum Ansaughöhe und scheinen eine recht beachtliche Förderhöhe zu haben. Solch richtig aussagekräftigen Test, ggf. sogar mit Video habe ich bisher leider noch nicht geschafft. Zum einen standen im letzten Sommer Wollknäule als Rasenmäher auf der Wiese und als ich dann endlich mal bewässern wollte, streikte die EL65-Pumpenkombi nach ein paar Umdrehungen, weil die selbstgeschnitzte Hardyscheibe vom Außendurchmesser zu groß war und geschliffen hatte... Da war dann die Reibung etwas hoch für den kleinen EL65.

Jedenfalls soll nun der ehemalige Motor vom Notstromer an die Pumpe angeflanscht werden und dazu muss ich die Drehzahlreglerwellenbohrungen verschließen. Auspuffseitig ist das im Grunde kein Problem, der Deckel ist ja komplett geschlossen, nur vergaserseitig war ich bisher der Meinung, dass es dort entsprechend geschlossene Deckel geben müsste. Nein, gibt es offenbar nicht. Die Motoren ohne Drehzahlregler haben eine komplett andere Gehäusehälfte. Das ist mir allerdings auch erst aufgefallen, nachdem ich mir den kleinen 65iger bei Merseburg abgeholt hatte. Das ist nämlich ein Kandidat mit originalen 4500U/min über den 16er BVF mit Bowdenzug. 

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Zwei Verschlussstopfen statt der Kugellager für die Drehzahlbegrenzerwelle aus Polyamid sollten es auch tun und einen 16er Vergaser vom Fortschritt habe ich auch noch. Dann soll die Pumpe in einen Tragrahmen von solch einem Notstromer und damit doch eigentlich perfekt zur Hundewiesenbewässerung ab 2023 einsetzbar sein, so ich mir den Sprit dann noch leisten kann...

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Steffen, der saucoole Typ mit der #21 hat mir die Tage was richtig fettes "sichergestellt". Einen 12V-Notstromer mit Batterielade- und Stromabnahmefunktion, aber eben auch mit Anlasser und das ist ja einfach nur obercool. Rund 50A kann der etwa - damit sollte er auch als Starthilfegerät funktionieren - dazu muss ich mir wohl mal ein passenden Kabelsatz bauen. Vorgesehen waren die wohl ursprünglich für einen Beleuchtungssatz u.a. bei den Feuerwehren. Dazu gehörten noch Stative, dicke Scheinwerfer, wahlweise mit Streuscheibe für eine breite Flächenausleuchtung. Ich hatte mal solch einen Scheinwerfer, viele Jahrzehnte ist's mittlerweile her und ich weiß auch noch, wo ich den gefunden hatte und erinnere mich nun auch daran, dass in der Kiste auch noch ein Stativ lag. Tschaaa - damit konnte ich als damals so ca. 16-jähriger nix anfangen und auf dem Klapprad war das auch ein bissel schwer alles zu transportieren. Den Scheinwerfer und das Verlängerungskabel hatte ich mir mitgenommen, Stativ und Holzkiste blieben damals auf der Pritsche unter der Sitzbank und kurz darauf war die ganze Reihe abgestellter grüner Ello's auf Nimmerwiedersehen abtransportiert - die wilden Wendezeiten 1989/90... Das "Benzin-Elektro-Aggregat, Gerät 8029" braucht ein paar neue Gummimetalllager zwischen Schaltkasten und Generator, dann ist der wieder einsatzbereit.

Potz, Blitz & Donnerhobel

Auf einer meiner Besorgungstouren erwarb ich neben dem Ersatzteilspender auch eine Ersatzteilliste von 1989 (also die letzte) und wie ich so durchblättere und überlege, ob ich nun diese mit den Umrisszeichnungen oder die wesentlich schönere und ältere, aber schlechter erkennbare mit den "richtigen" Abbildungen scannen soll, stoße ich auf dieses Bild:

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What!? Ein Tankaufkleber (eigentlich ja ein Abziehbild) mit Gemischhinweis 1:50 !!! Neugierig geworden und weiter geblättert (ja, ich blättere immer von hinten nach vorn), fiel mir doch tatsächlich auch noch diese außenliegende Zündanlage für den EL65 auf... Der Sache muss ich mal genauer auf den Grund gehen. Die Zündungsgeschichte hatte ich schon im Zusammenhang mit den EL308-Zündungen und den Bootsmotoren (Tümmler und Forelle) angesprochen, aber der Gemischhinweis haut dem Fass den sprichwörtlichen Boden aus. Ich habe bisher in keiner der älteren Publikationen zum Motor diese Gemischzusammensetzung gefunden, d.h. ausnahmslos die 1:25. Dazu muss ich wohl doch mal einen Termin in Chemnitz machen, denn es muss hierfür offizielle Werkstattinformationen gegeben haben.

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Praxistipp nicht nur zum Entrosten der Tanks. Das geht wunderbar mit Zitronensäure und einem kleinen Reisewasserkocher, die es aus Oma's Haushaltsauflösung beim Kleinanzeigenportal meist für einen Zehner zzgl. Versandkosten gibt. In den allermeisten Fällen sind die Tanks rostig, auch wenn die Verkäufer "rostfrei" schreiben und "zum Beweis" den Tankboden durch's Einfüllloch fotoknipsen. Erfühlt mal mit dem Zeigefinger durch den Einfüllstutzen von innen  die Tankoberseite. Ihr werdet zu 99,9% fündig! D.h. Ihr müsst Euch nicht über mit Rostpartikeln verstopfte Benzinhähne und Vergaserdüsen wundern. Das ist aber nach über 30 Jahren auch völlig normal, möchte ich meinen. Besorgt Euch einen Verschlusstopfen M16x1 für das Anschlussgewinde vom Benzinhahn, alte Fiber- oder Gummidichtung einlegen und dann den Tank einfach mit gut 3l fast kochendem Wasser befüllen und nebenbei Zitronensäure auflösen (Handschuhe nicht vergessen, Ihr arbeitet mit Säure!). Danach bearbeitet Ihr vorsichtig mit der Rohrzange den Heizwendel vom Tauchsieder, dass der durch den Einfüllstutzen paßt. Ihr biegt den also vorsichtig zusammen ohne zu knicken, und dann könnt Ihr das für mehrere Stunden so vor sich hin arbeiten lassen. Der Vorteil dieser kleinen Reisetauchsieder ist einfach deren meist geringe Leistung von um die 300W. Damit köchelt der Tank gerade so vor sich hin, ohne Unmengen Wasser in Dampf zu verwandeln und man kann das auch mal 2h ohne ständig nachzuschauen, so stehen und arbeiten lassen...

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Ich habe für die rund 3,5l Tankinhalt (randvoll gefüllt) 500g Zitronensäuregranulat verwendet. Das sollte reichen. Wärme und Zeit regeln den Rest. Die Säure anschließend nicht wegkippen, damit kann man noch mehr entrosten in einem entsprechenden Gefäß. Tank gründlich mit einer Seifenlauge (bspw. ganz normales Waschmittel im Wasser aufgelöst) neutralisieren und danach gründlich mit klarem Wasser spülen! Dann obliegt es Eurem Perfektionismus, den Tank mit einer entsprechenden Schutzemulsion Eurer Wahl auszuschwenken, um den erneuten Rostansatz für einige Jahre zu stoppen. Es ist schlielßich nichts nerviger, als verstopfte Düsen wegen solch einem Mist und jetzt sollte auch klar werden, weshalb ich bei den ET's VA-Tanks verwende. Ich kann und will mir nur nicht für jeden Notstromer einen solchen Tank bauen lassen und bei den aktuellen Edelstahlpreisen sowieso nicht... :-\

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Das diese kleinen Tauchsieder tatsächlich nur für solche Basteleien zu gebrauchen sind, sollte spätestens nach diesem Bild klar sein. Der Tauchsieder war offensichtlich ungebraucht und hat exakt 2 dieser kleinen Tanks mit insgesamt etwa 10h Heizen hinter sich. Die Nickelschicht hat sich komplett abgelöst. Nickel ist ein Schwermetall und hat im Zusammenhang mit Lebensmitteln nichts zu suchen. Babynahrung oder eine Tasse Tee ist keine Säure, allerdings ist meine Zitronensäure mit 500g auf 3,5l Wasser auch nicht wirklich stark (soll heißen, die Konzentration wäre auch wesentlich stärker möglich) - das nur zum Bedenken. Also achtet bitte drauf, dass solche Helferlein in der Küche aus Edelstahl sind.

Vergaser BVF 16N1-4, 16NS1-2 (16NS1-3) & NKJ153-2

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Auf die kleinen BVF 16N-Vergaser muss ich vllt. doch noch etwas genauer eingehen. Zum einen gibt es zu den Sonder-Vergasern kaum Informationen im Netz, zum anderen sind die doch etwas anders aufgebaut, als die bekannten Vergaser für S51, "Schwalbe" & Co.

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Es gab zum einen die BVF 16N1-4 (Abbildung 2). Das sind die "Bowdenzugvergaser" die m.M.n. mit den Vergasern der Simsons nahezu baugleich sein dürften. Einziger sofort sichtbarer Unterschied wäre der Schraubflansch für den Luftfilteranschlusstrichter und natürlich (so noch vorhanden), der Direktchoke. Auch die Bedüsung unterscheidet sich leicht, aber im Prinzip sind diese Vergaser auch heute noch im Nachbau zu bekommen und austauschbar.

Interessanter sind die 16NS1-2 (Abbildung 1) als s.g. Nadeldüsen-Flachschiebervergaser mit Stellhebel, wenn man der BVF Typisierung logisch folgt (die Vergaser von EL150 und 308 sind KNBS = Kolben-Nadeldüsen-Block-Vergaser mit Stellhebel). Meiner Meinung nach sind das jedoch klassische Rundschieber. Ein Flachschiebervergaser hat, wie der Name schon sagt, einen abgeflachten und keinen zylindrischen Schieber zum Regulieren der Luftzufuhr, was u.a. dem Ansprechverhalten zugute kommt und natürlich die Gesamtbaulänge des Vergasers reduziert. Legt man die tatsächlich eingeprägte Vergaserbezeichnung zugrunde, wären das sogar 16N1S-2. Er wird aber in allen mir bekannten Publikationen als 16NS1-2 bezeichnet - nur falls das zu Irritationen führen sollte. Im Downloadbereich findet Ihr u.a. die Originaldokumentation zum 16N1-1, also dem "Urvergaser" aus den 1960igern.

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Diese Vergaser sind ausschließlich für manuell eingestellte Drehzahlen ≤ 3000U/min, bzw. fliehkraftgeregelte Drehzahlen mit zumeist 3000U/min (es gab wohl auch Drehzahlregler mit 4500U/min) vorgesehen. Die Besonderheit der Vergaser ist, dass die Schieber im Gegensatz zu einem normalen Vergaser federbelastet nach oben gezogen werden. Durch die Position des Stellhebels oder durch die Verstellgestänge des Drehzahlreglers werden sie gegen diesen Federdruck eingeregelt.

Bedüst sind die Vergaser original mit einer 65iger Hautdüse, einer 35iger Standgasdüse und einer Teillastnadel mit der Kennzeichnung "07" (2A513 ltd. 1989iger ET-Liste - also gibt es aktuellen Ersatz). Ihr habt oben die "Pfusch am Bau-Nadel" gesehen, die brauche ich tatsächlich nirgendwo mehr einbauen.

Der Vollständigkeit halber wäre noch der BVF 16NS1-3 zu erwähnen. Das ist der Vergaser für den entgegen dem Uhrzeigersinn drehenden EL66. Das aber nur für Identifizierungszwecke, falls irgendwem von Euch mal solch ein extrem seltener Vergaser in die Hände fallen sollte. Die Unterschiede finden sich tatsächlich in einer anderen Teillastnadel und im logischerweise (vermutlich seitenverkehrt) anders aufgeautem Lagerbock und Handhebel. In der 1989iger Ersatzteilliste ist weder ein rechtsdrehender EL66, noch der zugeörige Vergaser 16NS1-3 erwähnt, dafür aber der Vergaser BVF NKJ153-2. Es ist also anzunehmen, dass es offenbar keine Verwendung für rechtsdrehende Motoren gab und diese folglich auch nicht (weiter) produziert wurden. Die Vergaserbaureihe NKJ153-x wurde wohl z.T. u.a. auch im KR51 "Schwalbe" verbaut und soll dort statt des 16N1-1 z.T. bis heute klaglos seiner Arbeit nachgehen. Das ist ein Vergaser mit Ø15mm Durchlass, aber das nur am Rande. Gesehen habe ich solch einen Vergaser live bisher noch nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass diese "kleineren" Vergaser deutlich zur Spritzigkeit der (S)EL-Motoren, bspw. im Kettensägenbetrieb beitragen. Diesen Effekt konnte ich beim (kleineren gegenüber dem Original) BVF 21N1 am EL308 auch beobachten.