Der ET081
Einachstraktoren aus Wutha / Thüringen

Sicherheitsgeschirr.info

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Etwa August 2018, erste Gurtbandleine, das vom Tierheim "angezogene" Geschirr...

Hier geht es tatsächlich um Hunde, genauer gesagt um "Problem-" und / oder "Panikhunde" und deren Halsungen. Im "Fachhandel" gibt es leider nichts brauchbares für kräftige, wilde und naturnahe Hunde, die im ausgewachsenen Alter das erste Mal mit Menschen, Zivilisation und den damit verbundenen Zwängen in Berührung kommen. Die üblichen Verdächtigen, also die Geschirrhersteller tun sich schwer mit ausbruchssicheren und vor allem haltbaren Geschirren für diese Vierbeiner. Offenbar kann man damit kein Geld verdienen. Kleinstserien, zumeist aus Eigenproduktion im elektronischen Auktionshaus, halten leider oft nicht das, was sie versprechen. Was von Geschirren zu halten ist, die einen 30kg-Hund mit 20 oder 25mm Gurtbreite zurückhalten sollen...?! Ich hatte für meine Fellnasen solch eine individuelle Anfertigung eines "Sicherheitsgeschirres" innerhalb eines ¼ Jahres 2x zur Nachbesserung und Reparatur (jeweils für eine Woche inkl. Päckchen hin und her, das erste Mal nach 4 Runden, also bereits 2 Tage nach Lieferung) und dann das Geschirr beim 3. Defekt innerhalb dieser Zeitspanne entsprechend wütend der Fehlkonstruktion und schlechten Materialien entsorgt. Einfach Schrott!!! Und nein, meine Hunde hatten nicht ein einziges Mal das Geschirr zerbissen, drauf herumgekaut oder irgendwas derartiges, da waren einfach Nähte und sogar die Gurte (35mm Breite) gerissen, "geschweißte" Ringe sind aufgegangen, usw. Für den 10kg-Fiffi mag so etwas halten, für richtige Hunde der Kategorie "Wolf inside" geht Billigzubehör aus dem südosteuropäischen Nähereibedarf definitiv nicht!

Ich selbst habe zwei solche Fellnasen, die zwar keinerlei "Ausbruchsversuche" unternehmen, aber schreckhaft und scheu sind und sich im Zweifelsfalle der für sie unübersichtlichen Situation durchaus auch rückwärts aus den normalen Geschirren heraus winden. Dazu kommt, dass sie als Zughunde mit je knapp 30kg Körpergewicht auch eine ganze Menge Kraft haben und die ersten Monate, bzw. Jahre ihres Hundelebens weder Halsband, noch Geschirr, noch Leine, noch Zweibeiner näher kannten. Ausbrüche sind also weder für die Fellnasen vorteilhaft, noch anschließend für die Umwelt... Irgendwohin muss ich die Kraft der Vierbeiner einleiten. Daher war die Wahl des Geschirrherstellers letztendlich eine ziemlich einsame, denn 50mm breite Gurte haben nunmal die wenigsten. Messen Sie mal die Breite vom Gurt im Auto, tut nicht weh, oder?

Lange Rede, kurzer Sinn - die Basis "meiner" Sicherheitsgeschirre sind die Gurtband-, bzw. Norwegergeschirre der Firma Julius K9¹, bzw. IDC¹. Diese gibt es in zig verschiedenen Größen und Farben und damit sollte auch farblich passend für jeden etwas dabei sein. Wer will, kann sogar die super toll trendenden Klettsticker weiter verwenden oder nach dem Umbau sogar ganze Sätze drauf schreiben... ;-)

Nun zum Geschirr: Die Größen ergeben sich aus den bekannten Tabellen des Herstellers. Wer kann, sollte seinen Vierbeiner ggf. mit in den Fachhandel zum Anprobieren nehmen, denn es geht um den vernünftigen Sitz vom Brustgurt. (Geht das nicht, die Geschirre überschneiden sich in ihren Verstellbereichen, also sollten Sie das jeweils größere auswählen.) Der Brustgurt sollte ein bis zwei Finger breit hinter dem Schultergelenk locker anliegen, so dass er die Bewegung der Vorderläufe nicht behindert. Der nach vorn um den Hals umlaufende Gurt ist dabei erstmal zweitrangig, denn der wird später ersetzt. Es empfiehlt sich, dass Geschirr von vornherein eine Nummer größer zu wählen, weil eben genau dieser umlaufende Halsgurt bei der nächstgrößeren Geschirrversion etwas länger ist. Der Nachteil dieser Norwegergeschirre ist, dass tatsächlich genau dieser Gurt direkt auf dem Schultergelenk beim Hund verläuft. Solange der Hund nicht in den Gurten hängt und wie ein Bulldog zieht, sollten die Bewegungseinschränkungen minimal sein. Im Video erkennt man deutlich die Nachteile der Norweger, auch wenn bei den K9-Geschirren der nach vorn umlaufende Gurt m.M.n. etwas weiter oben sitzt.

Paßt der Brustgurt, besorgen Sie sich bitte nach ihren Wünschen entsprechendes Gurtband in der gleichen Breite der Geschirrgurte. Sie brauchen bei einem mittelgroßen Hund (Schäferhund etwa) etwas mehr als einen Meter. Bei temperamentvollen und kräftigen Hunden, die artgerecht auch querfeldein geführt werden, achten Sie auf eine Zertifizierung vom Gurtband. Lkw-Spanngurt bspw. ist zertifiziert und damit entsprechend haltbar und abriebfest (nur darum geht es, nicht um das Zertifikat). Leider ist Lkw-Spanngurt nicht wirklich farbecht, d.h. er färbt ab. Ggf. waschen Sie den Gurt vor dem Vernähen bei 30°C einfach mal. Besorgen Sie sich bitte noch eine entsprechend passende Steckschnalle und dann kann es losgehen.

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Gar nicht so leicht, das Kerlchen mal vor die Linse zu kriegen!

Sie ermitteln nun bitte den optimalen Sitz vom Brustgurt und stellen sich die Länge vom umlaufenden Gurt am Hals entsprechend (am besten am Hund) ein. Dieses Maß notieren Sie bitte unbedingt, denn das wird später nicht mehr veränderbar sein. Nun legen Sie auf diesen Gurt Ihren extra dazu gekauften Gurt auf (gleicher Winkel) und verlängern die offenen Enden nach hinten "auf den Rücken" Ihres Vierbeiners. Die Gurte werden sich hierbei auf dem Rücken, spätestens am Ansatz der Rute berühren. Markieren Sie sich auf dem neuen Gurt die Positionen vom Brustgurt und von den schräg nach vorn laufenden Gurt vom "Griff", jeweils auf beiden Seiten des Geschirres. Anschließend trennen Sie bitte vorsichtig den alten Halsgurt heraus (nicht zerschneiden!!!) und nähen Ihren neuen Gurt in der gleichen Position mit der vorher abgemessenen Schlaufe für den Hals ein. Damit sollte das Geschirr "vornerum" perfekt passen, so wie Sie's eingestellt hatten. Ob Sie das Flauschband vom Klettverschluss wieder anbringen, ist Ihre Entscheidung.

Nun kommen wir zu den offenen Enden. Suchen Sie sich bitte die Position am Ende vom Brustkorb Plus etwa 2 - 3 Finger Breit zum letzten Rippenbogen und bauen sich aus dem herausgetrennten Stück Originalhalsgurt einen zusätzlichen Bauchgurt. Idealerweise sitzt die Steckschnalle an der gleichen Position, wie beim Brustgurt.  Auch dieser Gurt liegt nicht zu eng, sondern locker am Körper. Er ist aber vom Gesamtdurchmesser kleiner als der Brustkorb vom Hund. er wird mit den offenen Enden des Halsgurtes unter Beibehaltung der Linienführung vernäht - fertig!
Dieser Gurt hat als einzige Aufgabe, dass rückwärts Herauswinden des Hundes aus dem Geschirr zu verhindern. Dieser zusätzliche Gurt übernimmt im normalen Betrieb keinerlei Halte- oder Zugaufgaben, er könnte also auch wesentlich filigraner ausfallen. Allerdings ist das optisch wirklich Geschmackssache.

Fazit:

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Ich habe diese Geschirre nun seit etwa 3 Jahren im mehrfachen täglichen Einsatz und meine Fellnasen lieben sie. Sie sind leicht, sie sind luftig und sie sind sicher. Der Hersteller vom Originalgeschirr wirbt mit "50kg Belastbarkeit" am Ring und entsprechenden Testreihen. Vergessen Sie's einfach, als erstes wird auch bei diesen Geschirren der Ring heraus reißen. Die Originalnaht schafft das nicht. Also wenn Sie einmal am Nähen sind, legen Sie den Ring bitte in eine sich komplett überlappende Schlaufe, dann hält auch diese Naht. Wichtiger Tipp, je enger Sie an den D-Ring herannähen, desto wirkungsvoller verhindern Sie das Drehen des Ringes in der Gurtschlaufe. Ein gedrehter D-Ring bedeutet unweigerlich die Zerstörung vom Gurt an dieser Stelle, weil in solch einem Fall die Zugkräfte punktuell übertragen werden. <= DAS können selbst zertifizierte Gurte nicht und reißen einfach an dieser Stelle! Ein breiterer Ring (und ein breiterer Gurt) nutzen hier auch nichts, denn darüber werden lediglich die Hebelkräfte durch den D-Ring an den Gurtkanten größer und der Gurt reißt tatsächlich schneller ein.

Ich habe insgesamt 2 dieser Geschirre pro Hund im täglichen Einsatz. Zwei deshalb, weil in der Anfangszeit nach jeweils einem knappen ½ Jahr die D-Ringe herausgerissen und die Geschirre dann im Austausch im Einsatz waren, bzw. beim Sattler zur Reparatur lagen. Das mehrfach übereinanderliegende Gurtmaterial schafft meine Näherin um die Ecke mit ihrer Maschine nicht. Nähen ist nun gar nicht meine Spezialität und der Sattler (bzw. Planenmacher können das auch) hat einfach die nötigen starken Maschinen und den passenden, stabilen Faden. Mittlerweile halten die Ringe und der Verschleiß an den Geschirren ist nur noch durch die tägliche Nutzung verursacht und nicht mehr aufgrund ungeeigneter Materialien und Schwächen in der Konstruktion.

Andere Modelle:

Ich habe (wegen des Bewegungsproblems) auch noch Niggeloh¹ Follow-Sport Geschirre, aber leider noch nicht als Sicherheitsgeschirr mit zusätzlichem Bauchgurt umarbeiten lassen. Mir fehlen da derzeit zugegebenermaßen die Ideen, dass dies auch ein optisch ansprechendes Bild ergibt. Auch habe ich ein paar Bauchschmerzen mit den Messingringen bei den Niggeloh's, nicht zuletzt als ich gesehen habe, was meine Fellnasen mit den Edelstahlbeschlägen in 2 Jahren Nutzungszeitraum einer Leine veranstalten. Die Ø 6mm Edelstahlbeschläge sind einfach mal fix und fertig und da hängt eine Fellnase dran, eine einzige, ganz alleine!

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Die "normalen" K9-Geschirre mit der Rückenplatte hatte ich auf Empfehlung einer ehem. Diensthundeführerin zu Anfang im Test und in deren seitliche Ringe "einfach" einen zusätzlichen Bauchgurt eingehängt. Das war eine absolute Notlösung nach dem Versagen der extra angefertigten Sicherheitsgeschirre und selbst diese Geschirre hatten bei beiden Hunden auch tatsächlich nur ein gutes ¾ Jahr gehalten. Durch die Rückenplatte kommt kaum Luft ans Fell und von der Haltbarkeit vom Ring für die Leine mal ganz abgesehen, will ich solche Geschirre nicht weiter empfehlen.

Leinen

Nach langen Versuchen kann ich letztendlich tatsächlich nur Biothane¹ empfehlen. Die erste Gurtbandschleppleine in 25mm Breite mit wirklich tollem Muster (das Foto ganz oben) war bereits nach 8 Wochen hinüber. Sobald der Hund ein bißchen zog, hörte ich die einzelnen Fasern der Leine reißen (das war so ein ganz leises Knacken in der gespannten Leine). Der zweite Versuch beinhaltete zertifiziertes Schlauchgurtband, ebenfalls in 25mm Breite (aber eben doppelt durch den Schlauch). Diese Leinen hielten etwas länger als ein ¼ Jahr und waren danach schlicht und ergreifend durchgescheuert. Ein zusätzlich in diesen Schlauch gezogenes Gurtband in 20mm-Breite machte die Leine schwerer, bei Nässe viiieeel schwerer, konnte aber die Haltbarkeit der Konstruktion insgesamt auf etwas mehr als ein ½ Jahr verlängern. Ganz abgesehen mal davon, dass solch Gurtbandleinen mit der Nässe auch eine Menge Dreck aufnehmen und nach dem ersten Morgentau alles andere als schön anzusehen sind. Zertifiziertes Gurtband heißt in dem Fall übrigens 2,2kN Reißfestigkeit und damit einzusetzen, um bspw. Höhenrettungsgurte daraus herstellen zu können - also doch schon qualitativ hochwertiges Zeug, nur eben nicht für Baumrinden, Asphalt oder Feldwege im Thüringer Becken geeignet..

Biothane - das Wunderzeugs aus den Staaten. Jain! Es erzählt einem niemand die Tatsache, dass Biothane so glatt ist, dass man's feucht kaum zu greifen kriegt. Es gleitet einem bei ziehendem Hund schlicht und ergreifend durch die Hände. Mittlerweile gibt es "Grippy", aber auch diese etwas rauhere Oberfläche schleift sich über kurz oder mittelfristig so glatt wie ein Kinderpopo! Aus diesem Grund nutze ich ausschließlich "super heavy", weil das eben dicker und damit entsprechend besser zu greifen ist. Ich habe ja bei zwei Fellnasen immer zwei Leinen in der Hand, die ich beim Lieblingsfeind, wahlweise einem verirrten Huhn oder einem übermütigen Jungbullen auch mal fix kurz nehmen muss, ohne das einem der Beteiligten irgendetwas passiert. Die 25mm-Breite habe ich auch aus genau diesem Haptikproblem gewählt. Leinen in 19mm-Breite schneiden garantiert heftigst in die Hände, Waden, Kniekehlen, wenn man nicht schnell genug aus der Leine heraus kommt als Hundeführer. Auch die Hunde ziehen sich mit den breiteren Leinen nicht gegenseitig die Läufe kaputt, bzw. ist die Chance dazu relativ gering (im Gegensatz zu schmaleren oder gar runden Leinen - das ist absolutes No go bei mehreren Hunden!!!).

Solch 25mm Super-heavy Leine hält im täglichen Einsatz mit durchschnittlich 5km etwa 2 Jahre. Danach ist die äußere (glatte) Ummantelung durchgescheuert und die haltgebende Faser im Inneren kommt zum Vorschein. Das sollte man einfach auch als Folgekosten einplanen, zumal die Leinen nicht wirklich günstig sind. Die "normalen" Leinen mit ca. 2,5mm Dicke scheuern sich natürlich deutlich schneller durch, die Kunststoffummantelung ist bei denen ja wesentlich dünner. D.h. letztendlich sind die Super-heavy die günstigeren Leinen. Meine Hunde haben täglich mehr Strecke zumeist querfeldein, wir nutzen jedoch mehrere Leinenpaare in unterschiedlichen Längen und die definitiv täglich, z.T. mehrfach genutzte 5m-Leine war nach 2 Jahren hinüber. Die oben gezeigten Edelstahlbeschläge ja auch.

Hier gehts zu den Ruckdämpfern...

Im Übrigen schütze ich das Skelett der Hunde, die Geschirre, Leinen und Beschläge und letztendlich auch meine Knochen mit ManMat¹-Ruckdämpfern aus dem Zughundesport. Das sind normalerweise Ruckdämpfer für Schlittenhundgespanne mit bis zu 12 Hunden. An jedem Geschirr vom Hund hängt ein Ruckdämpfer der Größe L für 6-8 Hunde und parallel um meinen Hüftgurt (alter Feuerwehrgürtel) habe ich zwei Ruckdämpfer der Größe M für 4 - 6 Hunde hängen, um die harten Schläge beim Run ins Leinenende abzufedern. Die Dämpfer dehnen sich ein paar Zentimeter und das Material bleibt heil. Wenn man sich das erste Mal auf dem Feldweg wie aus heiterem Himmel überschlagen hat, muss man sich Gedanken machen, bevor wirklich etwas ernstes passiert. So geschehen, als beide Hunde einem plötzlich vor uns aus dem Unterholz aufbrechendem Reh hinterher wollten, ohne das ich auch nur den Hauch einer Chance zum Reagieren gehabt hätte. Der eine Wauzi riss mir mit 10m Anlauf fast den rechten Arm aus dem Schultergelenk, während mir die andere Fellnase mit der Leine gleichzeitig die Beine wegzog - game over! Rechts oben die Bezugsquelle ist einfach nur als eine von vielen Quellen. Das Ladengeschäft hat eine riesige Auswahl und man bekommt mit solch eigenwilliger Fellnase nach telef. Anmeldung auch einfach mal ungestört eine ½h ohne Besucherverkehr im Laden um Geschirre in Ruhe anzuprobieren und wird nebenbei einfach auch gut beraten.

Noch ein paar Worte zur Reißfestigkeit von Biothane. Eine 19mm-breite Leine ist in der Theorie für einen 30kg-Husky ausreichend. Der Hund schafft es physikalisch gerade so nicht an die garantierte Reißfestigkeit der Leine, wenn er ungebremst mit 10 oder 20m (5 od. 10m-Schleppleine) Anlauf ins Leinenende knallt, aber...! Die Leinen werden am Ende zu Schlaufen vernäht und jedes Loch in der Leine (deswegen wird Biothane normalerweise NICHT vernietet) schwächt die haltgebende Faser im Inneren der Leine. Je nachdem, welche Art von Nadel verwendet wird, werden die einzelnen Fasern für das Loch seitlich beim Setzen des Loches verschoben oder aber (mit den falschen Nadeln, weil die beim Nähen leichter gehen) tatsächlich zertrennt. Es gibt einige Untersuchungen zur Haltbarkeit solcher Vernähungen und Vernietungen, weil sich diese Verbindungen tatsächlich als Schwachpunkt herausgestellt haben. Es gilt hierbei der einfache Grundsatz. Je öfter ich das Material bis fast an die Belastungsgrenze bringe, desto höher ist der Verschleiß. Hält die Leine tatsächlich auch noch den 100ersten Run ins Leinenende oder zerfliegt die Verbindung wie Werner's Bremsbowdenzug auf dem Weg zur Baustelle? Sie sind der Hundeführer, Sie stehen in der Verantwortung für sich, Ihr Tier und Ihre Umwelt!
Nur mal so ein paar Zahlen zum selbst Nachrechnen: Der Run ins Leinenende ist letztlich eine negative Beschleunigung, von der tatsächlichen Geschwindigkeit des Hundes auf schlagartig 0km/h. Wie, als wenn Sie gegen eine Mauer rennen würden - boing, Autsch! Rechnen Sie doch mal mit völlg realistischen 40km/h, die Ihr 30kg-Hund mit dem Hasen vor der Nase instinktiv drauf hat nach ein paar Metern Schleppleinensprint. Die Erdbeschleunigung liegt bei 9,81m/s², runden Sie auf 10 - viel Erfolg!

Mit freundlicher Genehmigung von der Logis De Cordes GmbH

ComfiCord¹ kann ich noch nicht einschätzen. Es wird, ähnlich wie beim us-amerikanischen Biothane ziemlich mit den techn. Daten "hinterm Berg" gehalten, d.h. man muss auf die Suche gehen um zu finden. Fragen kostet allerdings nix und so erfahren wir, dass die reine Reißfestigkeit bei 25mm Breite bei rund 7,7kN liegt. Das entspricht etwa einem Gewicht von 785kg (also ½ Golf), nur um sich's vorstellen zu können. Im direkten Vergleich ist das deutlich mehr, als beim Biothane (etwa 4,5kN bei 25mm Breite). Ausschlaggebend für Hundeschleppleinen ist allerdings die Abriebfestigkeit der umschließenden Gummierung und das kann man letztlich nur im Feldversuch testen. Definitiv interessant ist der Preisunterschied, vor allem für lange Leinen >10m. Ich überlege mir zusätzlich zu unseren 15m-Leinen auch noch 20m- oder 25m-Leinen zu besorgen. Aufgrund des reinen Leinengewichtes von Super-heavy und des mittlerweile horrenden Preises für Biothane (aktuell etwa 4,69 €/lfm), werde ich wohl zur Alternative (ca. 1,60 €/lfm) greifen und die testen, zumal solch extrem lange Leinen sowieso nur etwas für bestimmte Runden (hauptsächlich grasbewachsene Auenwege) bei entsprechend miesem Wetter sind, bei denen die Chancen recht gut stehen, dass die lärmenden und völlig der Natur entkoppelten Stadtmenschen 'Gott sei Dank!' vorm Fernseher bleiben mögen! Bei solch langen Leinen kommt's ja auch immer darauf an, wie die Wauzis und man letztendlich auch selbst gestimmt ist, ob gerade Schon- und Setzzeit ist, etc. Verarbeitet werden kann das ComfiCord analog zum Biothane, kann also vernäht und verklebt werden, wie das bspw. bei der Fa. RHRH (Ramona Hatz, Reiter & Hund) sehr zufriedenstellend und schnell und auch bei Sonderwünschen gemacht wird...
Apropos grasbewachsene, nasse, rutschige Auenwege...

Schuhe, Sohlen & Steigeisen

Ja, Sie lesen richtig!!! Feste Schuhe sind bei solchen Hunden das A und O und vor allem in den rutschigen Herbst- und Wintermonaten ist oft guter Rat teuer. Nein, das muss er definitiv nicht sein. Schauen Sie im elektronischen Auktionshaus, dort gibt es tatsächlich "Schneeketten" für Schuhe. Werfen Sie mal die dortigen Suchmaschinen nach Grödel, Leicht-, Almsteigeisen oder Crampons an, damit hat man definitiv auf rutschiger Wiese einen sicheren Halt. Die Crampons aus China kosten so um die 25,- €/Paar, sehen tatsächlich aus wie Schneeketten und werden einfach mit solch dickem Gummi über die Schuhe verspannt. Selbstverständlich können Sie auch exakt die gleichen Zustiegshilfen bei den renomierten Firmen für deutlich mehr Geld kaufen. Bei richtigem Schnee werden die etwas grenzwertig, weil der Schnee unterm Schuh festklumpt, aber das macht er auch beim Schuhwerk ohne Eisen. Dann kann man immer noch zu den reinen Alm- oder Zustiegseisen wechseln, dort sind die Spitzen nochmal deutlich länger. Obacht: Nicht damit den Fellnasen auf die Pfoten treten, auch nicht den Kindern oder Ehefrauen auf deren Füße, es sei denn... - flascher Gedanke! ;-)

Bei den Schuhsohlen haben sich bisher eigentlich nur die groben Militärsohlen als wirklich rutschhemmend erwiesen. Das Problem ist vielmehr mittlerweile die Haltbarkeit von Schuhen an sich. Die Originalsohle vom "Dessert Fox Pro" des vermeintlich renomierten Herstellers Meindl hatte ich innerhalb eines ¼ Jahres blank gelaufen und der Stiefel war nach Sohlenwechsel nach einem weiteren ¼ Jahr nicht mehr zu reparieren und das ist leider nicht nur einmal und nicht nur bei diesem Hersteller passiert. Der Stiefel ist als Kampfstiefel für NATO-Armeen konzipiert und soll für Wüstenboden, also Steine, harte, staubtrockene Böden, gemacht sein. Offenbar wurde er an die Überlebenserwartung der aktuellen Wüstenfüchse angepaßt?! Normalerweise hielten "Kampfstiefel" bei mir immer zwei bis drei Schnürsenkelpaare (bevor ich diese Hunde hatte), je nach deren Qualität. Dass ich mal Stiefel irreparabel an den Hersteller mit dem ersten Paar Schnürsenkel zurück schicke, spricht definitiv für die Qualität der Schnürsenkel! Da muss ich Meindl mal nach deren Zulieferer fragen. (Der britische Stiefel ist im Grunde ein vergleichbares Modell, nur von vornherein mit Vibramsohle und braunem Wildleder. Ansonsten möchte ich meinen, dass er identisch zum Dessert Fox Pro ist.)

Ein paar wirklich hervorragend passende Salewa "Raven 3 GTX" (das ist ein Bergschuh, mit dem eine Alpenüberquerung möglich sein sollte!!!) für über 240,- € haben exakt 14 Wochen gehalten. Danach war der Schuh vom "abriebfesten" Obermaterial völlig kaputt und er hatte keine 50 Höhenmeter am Stück, kein Geröllfeld, keine Gletscherüberquerung, nicht mal einen Zustieg über die Alm mit 20kg-Rucksack hinter sich, sondern Feld-, Wald- und Wiesenwege im Thüringer Becken, nördlich von Erfurt. D.h., ich war mit dem Schuh nichtmal in der Nähe eines Gebirges! Ich glaube Salewa wollte die Bilder vom Schuh nicht in den einschlägigen Foren wiederfinden und hatte deshalb den Händler angewiesen, mir den kompletten Kaufpreis nach den 14-Wochen zu erstatten.

Ich wollte es nicht glauben, dass ich jemals ein Schuhproblem haben werden würde und mein Schuhschrank auf einen irren Schuhfetisch schließen lassen könnte, aber zwei bis drei Paar dicke Stiefel gehen bei mir pro Jahr tatsächlich drauf. Das ist auch ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor.

Meindl schießt wirklich den Vogel ab. Mir fiel die Tage der Einlieferungsbeleg für das Paket mit den beiden Paar Stiefel in die Hände, die ich Anfang Juli '22 an Meindl mit der Bitte um Stellungnahme zur Qualität ihrer Kampfstiefel (wohlgemerkt!) geschicht hatte. Reaktion bis dato Null. Okay, kurz dort angerufen, erklärte mir die Frau der Serviceabteilung am Telefon, dass meine Stiefel tatsächlich just an dem Tag an mich zurück gehen würden und wegen intensiver Nutzung (bitte was?!) nicht repariert werden können. (Ich hatte doch niemalsnicht um eine Reparatur gebeten?!) Außerdem sehe man sich nicht im Stande, Aussagen zur "irgendwo in der Tschechei" gewechselte Sohlen abzugeben. Zum einen wurden die Sohlen bei RestDay gewechselt und so wie ich das sehe, ist das ein offizieller Resohler u.a. für Meindl. Zum anderen keinerlei Aussage zur Haltbarkeit der Originalsohle von gerade mal einem ¼ Jahr. Ach ja, intensive Nutzung. Bitte was?! Nur nochmal zum Verständnis, wir sprechen von Kampfstiefeln für u.a. die Bundeswehr. Kampfstiefel.  K a m p f s t i e f e l  - ob da bei Meindl irgendwas klingelt (außer in der Kasse aus Steuergeldern bei derartigen Großaufträgen)? Da steht bestimmt im Lastenheft: "Nicht zur Übung oder im Kriegsfalle tragen und zu jeder Gelegenheit Füße hoch legen!" Also mal abgesehen davon, dass die's bei Meindl offenbar nicht mal merken, dass auf den Dessert Fox (Pro - "Pro" für Professionell, wohl eher "Pro" für Problem!) nicht die Originalsohle sondern bereits eine völlig andere (Vibram¹-)Sohle drauf war, sind das einfach nur dünne Aussagen um ihre Kunden abzuwimmeln. Das die Fersenkappe der britischen (Sommer-)Kampfstiefel gebrochen und deswegen das Innenfutter und das Leder irreparabel gerissen sei, ist leider so auch nicht zutreffend - ich habe die Schuhe schließlich getragen und weiß, was ich damit gemacht habe (und vor allem, was nicht!). Ursache und Wirkung vertauscht. Das Innenfutter riß im normalenm Gebrauch als erstes, bzw. scheuerte sich durch, danach das Außen(wild)leder an den Vernähungen oberhalb der Fersenkappe und irgendwann brach auch diese zum Ende der 4-monatigen Gesamttragezeit. Fersenkappe kaputt getreten - wohl eher nicht, denn wenn, passiert sowas beim Anziehen, wenn die Stiefel nicht weit genug geöffnet werden. Blöderweise lassen sich die Stiefel wunderbar weit öffnen, dass man quasi ohne mit der Ferse anzuecken die Stiefel an- und ausziehen kann. Die Ursache für den Bruch war dann wohl doch eine andere...?! Das die Sohle nach ein paar Jahren im Karton brüchig wurde und der Kleber seine Klebkraft verliert, sei mal dahin gestellt. Ich hatte die Stiefel im September '21 neu erworben und bei trockenem Wetter über den Herbst und Frühjahr auf den Hunderunden getragen, bis sie eben auseinander fielen. Bei Matsch und Schnee und Nässe von unten und oben sind Wildlederstiefel mit "Belüftung" sowieso die falschen Schuhe. Von daher verbietet sich schon aus der Selbstvorsorge heraus das Tragen eines solchen Stiefels bei Mistwetter - von wegen intensive Nutzung. Das Zeug taugt einfach nichts mehr!!! Wer's nicht glaubt, kann hier nachlesen und einen Reparaturauftrag an Meindl hatte ich auch nie ausgelöst, aber das nur nebenbei. Ich hatte eigentlich überlegt, beim Paket die Annahme zu verweigern, damit die ihren Müll selbst entsorgen können (das war die ursprüngliche Absicht, als ich die Stiefel zu Meindl schickte), aber die Schriftstücke dazu wollte ich dann doch haben, um Ihnen zu zeigen, wie sich Meindl zur Qualität seiner Produkte positioniert. Erwartungsgemäß ist der Kunde das Problem der die Frechheit besitzt, die Stiefel als Stiefel zu benutzen.  

S008
S009
S010

Links die Dessert Fox Pro, rechts die britischen.

Also falls Sie einen Tipp für qualitativ brauchbare Stiefel mit einer Lebenserwartung über einem halben Jahr und zu einem vernünftigem Preis unterhalb eines halben Tausenders haben...?

Ringe, Beschläge

Ich schreibe es vorweg, ich habe keinerlei Erfahrungen mit Messing und in Anbetracht meiner Hunde wirkliche Bauchschmerzen bei dem Material, obwohl Messingringe und -beschläge im Zughundesport durchaus anzutreffen sind. Allerdings werden dort wohl die Leinen eher eingeknüpft, dass dort kein Metall auf Metall reibt. Rein von der Materialhärte dürfte Edelstahl A2, bzw. A4 haltbarer sein. Meine Erfahrungen beziehen sich also rein auf Stahlringe (meist vernickelt) oder eben blank, bzw. Edelstahl. Stahlringe, vernickelt - dazu kurz und knapp: Solche Ringe haben am Hund nichts zu suchen. Zum einen kann man durch das Vernickeln die Schweißstelle vom Ring nicht kontrollieren, zum anderen ist Nickel ein Schwermetall und hat weder am Tier, noch an uns Menschen etwas zu suchen. Mit einem "Panik-" und / oder "Problemhund" an der Leine, müssen Sie sich auf's Material verlassen können, ausnahmslos! Unsaubere Schweißpunkte gehen auf (Punkt).
Blanke Stahlringe rosten. Es sei denn, sie sind im täglichen Einsatz und kommen mit Ihren Händen oder dem Fell vom Tier in Berührung. Sie sind wesentlich belastbarer als Edelstahl.
Edelstahl rostet nicht, zumindest nicht gleich (je nach Qualität A2 oder A4), allerdings verliert er schon nach den ersten Runden querfeldein seine edele Optik, wirkt matt und rauh. Edelstahl ist weicher als Stahl und wie im Bild oben zu erkennen, reibt er sich unter ständiger Belastung und Dreck ziemlich krass ein. Auch bricht er u.U. beim Kontakt mit einem mittelgroßen Felsen. Allerdings ist das bei Edelstahl angewandte WiG-Schweißverfahren optisch ansprechend und jederzeit von außen kontrollierbar. Üblicherweise gibt es bei dieser Schweißart keine Probleme mit brechenden oder unsauberen Schweißverbindungen!

Normalerweise bekommt ein 30kg-Husky solch Ø 6mm-Edelstahlring oder Karabiner nicht kaputt. Mein Rüde hatte es 2018 mal geschafft, einen Ø 10mm Feuerwehrkarabiner (aus verzinktem Stahl, ich hatte zu dem Zeitpunkt noch nichts anderes) irgendwie aufzudrücken und zu verbiegen. Wie er das geschafft hatte, weiß ich nicht, normalerweise sind die Verschlüsse ja federbelastet und sollten automatisch geschlossen bleiben. Sollten! Möglicherweise hatte er ihn einfach nur mit dem Verschluss unglücklich über eine Baumwurzel gezogen, dieser ging auf und danach hat sich einfach der offene Haken ein Stück aufgebogen? Meine Hündin hatte es geschafft (auch keine Ahnung wie?!), aus eben solch einem "normalen" Feuerwehrkarabiner auszubrechen. Sie saß brav ohne das sprichwörtliche Wässerchen trüben zu können neben der Leine und der Karabiner war unbeschädigt (aber sie schafft es auch, regelmäßig die eigene Leine zu verknoten) <= DESWEGEN haben meine Karabiner alle eine Verschraubung.

Von den tollen Panikkarabinern mit Federmechanichtsnutz halte ich bei solchen Hunden gar nichts. Wir gehen durch's Unterholz, auch mal querwaldein (ja, das funktioniert, auch mit Schleppleine), die Ringe oder Bändchen zum Ziehen verfangen sich in irgendeiner Astgabel und schon sind diese Karabiner ungewollt geöffnet. Das ist etwas für Jagdhunde oder Pferde, um sich schnell vom Tier Lösen zu können. Solch Panikhunde sollten m.M.n. aber absolut sicher am Mann (oder an der Frau) bleiben, selbst wenn dabei die eigene medizinische Notversorgung im Zweifelsfall behindert wird.

Das sind aber alles nur meine persönlichen Erfahrungen und Überlegungen. Die wenigsten werden wilde, ungeprägte Hunde aus dem Tierschutz bekommen oder haben mit halb legalen Kreuzungen zu tun, um sich überhaupt derartige Überlegungen machen zu müssen. Trixie, Fressnapf & Co. haben für die allermeisten Fiffis etwas passendes im Sortiment... ;-) 

Entwurmung

Auch hierzu will ich noch zwei, drei Gedanken formulieren, weil es einfach ein verdammt wichtiges Thema ist. Wenn Sie nach Entwurmung googlen, dürfte Ihnen auffallen, dass die ersten gefühlt 10 Ergebnisseiten auf dem Niveau der "Rundumsorglos Apotheken-Umschau" gehalten sind, auf denen Ihnen suggeriert wird, es gäbe da einfach das ein oder andere Mittelchen. Dahinter steht ohne jeden Zweifel die Veterinärpharmaindustrie die alles andere im Sinn hat, als das Ihr Tier gesund wird. Die wollen Geld verdienen, nicht mehr und nicht weniger (Punkt). Genau aus diesem Grund werden Proforma-Entwurmungen alle ¼ Jahre "empfohlen", bei Kleinkindern im Haushalt sogar monatlich. Wahnsinn? Irrsinn! Hat Ihr Hund denn Würmer? Wenn ja, wie erkennen Sie das, außer im Labor? Jedesmal eine Kotprobe ins Labor schicken um sich dann vom Tierarzt des geringsten Mißtrauens eben jene Mittelchen verschreiben zu lassen, mit der das gesamte Imunsystem des Hundes derart geschwächt wird, dass Sie damit für jede andere Krankheit die der Hund unter normalen Umständen problemlos abwehren könnte, nicht nur sprichwörtlich Tür und Tor öffnen?!

Die ganzen tollen "Hausmittelchen" wirken sicher im Promillebereich aber bspw. gegen einen schlimmen Hakenwurmbefall, den Sie unter Normalumständen erst mitbekommen, wenn der Hund seine aktive Anteilnahme an Sport, Spiel und Spaß aufgibt, ganz sicher nicht! Also was tun? Nur zur Erinnerung, solch Hakenwurmei wird bspw. über die Haut an der Pfote aufgenommen, wandert durch die Hautschicht in die nächste Blutbahn, um von dort aus in die Lunge zu gelangen. Von da gelangt das Ei beim Husten und gleichzeitigem Herunterschlucken in den Darmtrakt, um sich dort schlussendlich zum Wurm zu entwickeln. Also schon ziemlich clever, was sich die Natur da ausgedacht hat!

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Zur Kontrolle, ob Ihr Hund unter Wurmbefall leidet, mischen Sie ihm einfach (je nach Größe) ein bis zwei Tee- oder Eierlöffel getrocknete und geschnittene Hagebutte unters Futter und kontrollieren Sie am nächsten Tag seinen Kot. Die Hagebutte "raspelt" als Rohfaser an der Mageninnenwand entlang und löst dort etwaige Würmchen, die dann einfach mit dem Kot ausgeschieden und sichtbar werden. Der Inhalt eines Hagebuttenteebeutels sollte ein oder zwei Tage hintereinander reichen. Hagebutte gibt es auch geschnitten und getrocknet im 2,5kg-Beutel und sie darf im Herbst auch an Wildsträuchern geerntet werden. Hagebutte finden Sie u.a. beim Pferdefutter, müssen die dann allerdings noch klein raspeln. Eine 2kg-Tüte reicht für einen 30kg-Hund ein ganzes Jahr. Rechts im Bild die tägliche Menge bei meinen beiden Fellnasen - kleiner Aufwand, große Wirkung!

Finden Sie nun tatsächlich Würmchen im Kot, geraten Sie nun bitte nicht in Panik und rennen zum nächsten Tierarzt deswegen. Das Hundeimunsystem unternimmt gegen die Würmer i.d.R. nichts, d.h. Hund und Wurm leben mehr oder weniger in Symbiose miteinander. Genauer gesagt, trainiert der Wurm das Imunsystem vom Hund. Gefährlich wird's, wenn sich die Würmer unkontrolliert vermehren, die parasitäre Überhand gewinnen und das Gleichgewicht aus den Fugen gerät. Dann wird das einfach ungesund für den Hund und kann sogar zu dessen Tod führen.

Auch dagegen gibt es ein wirksames Mittel, welche die Würmer und vor allem die Wurmeier bekämpft, ohne dabei das Imunsystem vom Hund auf den Kopf zu stellen. Das dauert nur seine Zeit, ein heftiger Wurmbefall kommt auch nicht von eben auf gleich. Geben Sie dem Mittel und dem Hund bitte genügend Zeit zur Heilung.

Das Zaubermittel heißt Wurm-X¹ (ehem. Wormfree) und wird hier vertrieben. Die angegebene Dosierung ist ausreichend für eine "profilaktische Entwurmung", womit wir wieder bei der Eingangsfrage sind. Hat Ihr Hund überhaupt Würmer und macht es Sinn, auf Verdacht zu entwurmen? Nein, macht es nicht! Sie nehmen ja auch keine Zahnschmerztabletten auf Verdacht hin, oder?! Ihr Hund hat Würmer und Sie wollen die loswerden - also "dosieren" Sie entsprechend höher, d.h. bis zum 1,5-fachen Wert aus der angegebenen Tabelle und verkürzen Sie die Zeit zwischen den Wiederholungen auf 7 Tage. Angegeben sind eine ½ Tablette pro kg Körpergewicht alle 10 Tage - d.h. 2 Tabletten á 3kg Körpergewicht alle 7 Tage wäre die Dosis bei Wurmbefall. Das Ganze wiederholen Sie so lange (und können natürlich Dosierung reduzieren und Zeiten verlängern), bis der Hund keine Würmer mehr ausscheidet. Sie kontrollieren das ganz easy nebenbei durch die tägliche Gabe von Hagebutte und brauchen weder eine Laboruntersuchung vom Hundekot noch sonst irgendwas, zumal es das Wurm-X auch nicht umsonst gibt. Logischerweise können im Kot keine Eier nachgewiesen werden, wenn im Hund keine fortpflanzungsfähigen Würmer anwesend sind. ;-)

Nur als Gedankenstütze und für Sie und als Hinweis, wie lange solch eine Entwurmung dauern kann. Ich entwurme meine Hündin seit aktuell 8 Wochen in der hohen Dosierung und hatte vorher schon ziemlich erfolglos die "profilaktische Dosierung" mit 5 aufeinanderfolgende Dosen (also alle 10 Tage) getestet und meine Hündin ist, oder besser war, richtig heftig verwurmt. Ich rede hier von 30 - 50 ausgeschiedenen Hakenwürmchen pro Kothaufen, täglich!!! Mittlerweile sind es deutlich weniger Würmer, die vom Hund lebend ausgeschieden werden und die aktive Teilnahme am Leben, also Spiel, Spaß und Lebensfreude kehren bei meiner Hündin zusehens zurück. D.h. aber auch, die Entwurmung ist noch nicht abgeschlossen.
Geraten Sie bitte nicht in Panik, weil Sie nicht schon nach dem 3. Tag oder der ersten Entwurmungsdosis Ergebnisse sehen. Die abgetöteten Würmer im Hund werden in 99,9999999 Prozent der Fälle verdaut, d.h. mir ist in den letzten Wochen tatsächlich nur ein einziger lebloser Wurm aufgefallen, alle anderen ausgeschiedenen waren quicklebendig. Wie gesagt, es dauert seine Zeit, ich würde es als "schleichenden Prozess" bezeichnen, genau wie da letztendlich im umgekehrten Fall auch nicht schlagartig hunderte Würmchen aus dem Nichts auftauchten. Diese schleichende Veränderung macht die Sache ja so gefährlich, weil wir sie erst so spät mitbekommen und unsere Fellnasen solch Sachen ziemlich gut und eine ganze Weile überspielen (können).

Warum dieses Mittel und keine chemische Keule? Die chemischen Keulen greifen die Magenflora an und genau das ist der Schlüssel zum Imunsystem. Abgesehen mal davon erreicht die chemische Keule oft nur die aktuell lebende Population der Würmer. D.h. die im Hund befindlichen Wurmeier werden nicht erreicht und abgetötet. Was das bedeutet, können Sie sich ausmalen. Woher meine Hündin diesen krassen Wurmbefall hatte? Gute Frage, nächste Frage. Mein Rüde hatte interessanterweise keinen ernstzunehmenden Wurmbefall und beide hocken den ganzen Tag und Nacht beieinander und sind unzertrennlich. Bei solch extrem krassen Wurmbefall gehe ich davon aus, dass den meine Hündin bereits seit Welpentagen mit sich herum schleppt und die 2x chemische Keule im Tierheim im Frühjahr und Sommer 2018 die Vermehrung möglicherweise sogar begünstigt hatte. Das sind aber nur Vermutungen. Woher sie die Würmer letztendlich hat und wie lange sie die schon mit sich herum schleppt, kann ich beim besten Willen nicht rekapitulieren. Gefunden hatte ich die Würmer Ende 2021 und seit dem allerlei Hausmittelchen erfolglos probiert. Das einzige was tatsächlich sichtbar Würmer entfernt hatte, war die Hagebutte getreu dem Motto: "Jeder Wurm, der meine Hündin verläßt, ist ein guter Wurm - egal ob tot oder lebendig!".

Noch ein paar Worte zur Hagebutte. Es geht dabei nicht um den enormen Vitamin-C Gehalt der Hagebutte. Der Hund produziert sein eigenes Vitamin-C und ist auf die Zusatzgabe nicht angewiesen. Sie schadet ihm aber auch nicht. Die geschnittene und getrocknete Hagebutte funktioniert nach dem Prinzip: "Dreck reinigt den Magen", also rein mechanisch, durch die relativ "scharfen" Kanten (siehe Bild oben) und für den Hundemagen schwere Verdaubarkeit (so überhaupt). Dabei hilft viel in dem Fall tatsächlich nicht viel. Es reichen die täglichen 1 - 2 TL Hagebutte völlig aus. Ich habe es getestet, auch bei der 10-fachen Dosis pro Tag, kommen nicht entsprechend mehr Würmchen aus dem Hund. Also nochmal, die Hagebutte dient als Anfang bis das Wurm-X da ist und zur Kontrolle vorher und während einer laufenden Entwurmung. Natürlich spielt die...

Ernährung

...eine (Die!!!) Schlüsselrolle bei det Janze. Wer glaubt, seinen Vierbeiner aus der Industriefertigfuttertüte vom Discounter artgerecht zu ernähren, braucht doch nur mal einen Blick auf die fast food-Junkees der eigenen Spezies zu werfen, Eins und Eins zusammen zählen und sich über HotSpots und dergleichen (Aber da gibt's doch was von Ratiopharm.) nicht wundern. Da hilft auch kein "Premium"-Industriefertigfutter, wahlweise aus der Dose oder mit wohlklingenden Namen, denn Sie werden damit nur auf anderem Niveau regelrecht verarscht. Es spielt keine Rolle, ob Sie zu Mc Doof, Würger King oder den Tiefkühlfleischpressling aus dem Supermarkt nehmen und zu Hause selbst braten. Fast food, bleibt fast food, da spielen Ambiente und Preis keine Rolle. Ein Hund wird artgerecht ernährt mit einer gesunden Mischung aus Rohfleisch, Knochen und Innereien, Obst, Gemüse und ein paar Beigaben (gelegentlich ein Eigelb bspw.) und es spielt keine Rolle, ob da nun täglich 12,735% von dieser oder exakt 1,36g jener Beilage vorhanden ist. Die Gesamtzusammensetzung vom Futter auf einen 14-Tage- oder 4-Wochenrhythmus sollte einigermaßen (Pie x Daumen x Fensterkreuz) stimmen. Da hakt nämlich schon wieder die Fertigfutterindustrie ein und versucht dort Fuß zu fassen, um Ihnen das "Rundumsorglospaket" für die perfekte Hundeernährung für viel Geld, mit den entsprechenden Haltbarkeitszusätzen anzudrehen. Der Hund ist ein Beutetierfresser und ich sage das bewußt, weil er das erjagte Kaninchen mit Haut und Haaren futtern würde, d.h. komplett, auch mit Mageninhalt und einem beachtlichen Teil vom Fell und letztendlich vom erlegten Reh nur eine Keule mit Muskelfleisch, Knochen und Sehnen mitnimmt und verbuddelt, weil er den Rest mit bereits vollem Magen gar nicht tragen kann - er hat schließlich keine Daumen! ;-)

Ja, dem Vierbeiner ordentliches Futter frisch zubereiten macht etwas Arbeit (ca. 10min pro Tag) und kostet etwas mehr als der Mist vom Discounter. Dass, was Sie beim Industriefastfood sparen, investieren Sie u.U. hinterher beim Tierarzt doppelt und dreifach, zumal der Geld damit verdient, wenn Ihr Tier krank ist. <= bitte mal sacken lassen! Und nun beantworten Sie sich einfach selbst die Frage, ob dort nicht ein gewisser Interessenkonflikt zwischen der Gesundheit Ihres Vierbeiners und dem Lebensunterhalt / Luxusanspruch Ihres Tierarztes bestehen könnte. Akut- oder Notfallmedizin will ich ausklammern, dafür sind Tierärzte da! Der Tierarzt erklärt Ihnen aber i.d.R. nicht, wie Sie Ihren Vierbeiner gesund ernähren, sondern wird Ihnen das Fertigfutter mit dem "Gütesiegel" => Vom Tierarzt empfohlen <= andrehen. Ich meine die Sorte, die Sie in den meisten Wartezimmern schön dekoriert mit der königlichen Krone bewundern können und bei dem Ihr Tierarzt praktischerweise auch gleich die Futterdialerrolle übernimmt. "Ach, wo Sie doch schon mal da sind, wir müßten da mal was gegen den Zahnstein tun...!" Das ist das Abo für den nächsten Tierarztbesuch - es ist und bleibt Ihre Entscheidung! Meine Fellnasen haben weder Zahnstein, Mundgeruch, tränende und / oder trübe Augen, Hotspots, Zucker, Krebs, irgendwelche Intoleranzen oder andere Zivilisationskrankheiten.

¹ - die jeweiligen Markennamen gehören ihren Eigentümern und dienen lediglich zur eindeutigen Identifizierung der beschriebenen Produkte.