Der ET081
Einachstraktoren aus Wutha / Thüringen


Der Rest

Hier geht es einfach um ein paar grundlegende Betrachtungen, noch gar nicht ins Reine geschrieben, sondern wild durcheinander... Zulassungsrecht bspw. ist ziemlich kompliziert und man muss ein echter Fuchs sein, um sich da durchzufinden. Aber auch interessante Fundstücke aus dem Netz oder realen Leben sollen hier gezeigt werden.

Ein bisschen zulassungsrechtlicher Kram...

Tatsache ist, der ET fährt definitiv schneller als die zulassungsbefreiten 6km/h. Das bloße Anbringen eines 6km/h-Schildes nutzt also überhaupt nichts, so nicht der 3. Gang nachgewiesener Maßen gesperrt oder ausgebaut wurde (und selbst dafür braucht es eine amtliche Bestätigung, bzw. ein Gutachten). Liegt das sprichwörtliche Kind im Brunnen oder in dem Fall unter den Rädern (hoffentlich nicht!), wird die Luft für den Lenker des Gefährts recht schnell dünn. 
Das Positive zu Beginn, solange "nur" Mähbalken, Fräse oder Schiebeschild (oder eines Eurer angepaßten Gartengeräte) montiert ist und Ihr den ET als Fußgänger bewegt, ist alles okay. Der ET unterlag mit diesen Arbeitsgeräten niemals den Bestimmungen für eine Zulassung der für ihn geltenden StVZO(en) der DDR, noch wäre er nach der Fahrzeugzulassungsverordnung (FZV) aktuell zulassungspflichtig oder bedurfte einer Betriebserlaubnis (BE). Wer möchte, kann das gern nachlesen - § 50 Abs. 1 FZV. Auf dem eigenen Hof sowieso nicht.

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Problematisch wird's mit Anhängerchen und wenn Ihr mit diesem vom eigenen Hof auf's Feld fahren wollt, denn dazu ist zumindest eine Betriebserlaubnis (BE) von Nöten. Allerdings hat der ET081 mit Anhänger T081 keine, da er von der Manhardt KG und später vom Gartenbaukombinat Berlin leider nie zu solch einer Typprüfung beim Kraftfahrtechnischen Amt (KTA - dem Gegenstück zum KBA) angemeldet wurde. Meine Recherchen in den eigenen KTA-Datenblattauszügen, als auch meine Anfrage bei einer der technischen Prüforganisationen. sowie beim KBA selbst, kommen leider alle zum gleichen Ergebnis => keine Prüfung => keine BE.

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Er erfüllt aber eine der Grundvoraussetzungen zum Erlangen einer Betriebserlaubnis, und zwar die anno dazumal geltende und im § 33 Abs. 4 StVZO der DDR von 1964 geforderte Prüfung nach der Arbeitsschutzanordnung ASAO 107/1 von 1959. Bestätigt wird dies in den Bedienanweisungen zu den Geräten, der Rest ist Sache des Prüfers zur Abnahme einer Einzelbetriebserlaubnis und der hierzu erforderlichen Nachrüstung verschiedenster fahrzeugspezifischer Ausrüstung. Die 1964iger StVZO deshalb, weil das die zum Inverkehrbringen der ET's 1968 geltende gesetzliche Norm war. Steffens ET von 1968 mit der Fahrgestellnummer 021 und der in diversen Publikationen, bspw. von Horst Hintersdorf, genannte Bauzeitraum ab 1968 sind letztlich der Nachweis hierfür. Übersetzt bedeutet das, dass der ET die Bauvorschriften der damals geltenden StVZO der DDR erfüllen muss und nicht heutige Normen. Die Zulassungsordnung regelt oder beschreibt ja diese Normen. Also wenn anno dazumal weder ABS noch Reifendruckgeigelkram gefordert waren und keine Pflicht zur Nachrüctung bei alten Fahrzeugen besteht, braucht er diesen z.T. Firlefanz (tschuldigung, alles zum Wohle der Autokonzerne - ähm, Fahrsicherheit) auch nicht! Man stelle sich mal vor, das Ford-T-Modell aus den 1920igern würde nicht mal als Oldtimer zugelassen werden können, weil es keine Reifendruckkontrolleinrichtung hat. Was für ein Frevel!!! Waren Beleuchtung oder bspw. Bremswerte nach dieser Norm gefordert, muss er diese Vorgaben erfüllen. Das ist im Grunde "ganz einfach". Der Teufel steckt wie immer im Detail und im good will des Prüfers, analog zum weltbekannten Wurstblinker. Das gilt dann auch für einen 1979iger oder einen 1987iger ET. Maßgeblich ist das Jahr des "Inverkehrbringens" des Fahrzeugtyps und nicht des einzelnen Fahrzeuges (auch eine gern genutzte "Ich-habe-keinen-Bock-mich-mit-dem-alten-Kram-zu-beschäftigen"-Ausrede der vermeintlichen Götter im Blaumann). 

20km/h-Grenze

Eine der wichtigsten zulassungstechnischen Hürden ist die Geschwindigkeit. Die 5.00-8er Reifen haben einen gemessenen Abrollumfang von 142,5cm. Bei einer Motordrehzahl von 3600U/min, der maximal möglichen einstellbaren Drehzahl am Vergaser BVF K 220-0, ergibt das eine Geschwindigkeit von 11,4km/h laut Herstellerangabe. Jede Reifengrößenänderung zieht auch eine Änderungen bei der Endgeschwindigkeit nach sich, aber das sind nur theoretische Werte für eine reine Betrachtung der Auswirkungen.

Reifen

Umfang

Geschwindigkeit

Abweichung

Pneumant 5.00-8 Serienbereifung

142,5cm

11,4km/h

100%

Heidenau 4.00-8 Serienbereifung (AS)

126cm

10,1km/h

-11,6%

KingsTire 5.00-8 V8813 (AS)

132cm

10,6km/h

-7,4%

Mitas 5.0-10/4PR TT03 (AS) auch als 2PR möglich

152cm*

12,2km/h

+6,7%

BKT 6,5/80-12 AS-504 (AS)

185,1cm*

14,8km/h

+29,9%

Trelleborg 26x12.00-12 8PR T411 (AS) auch als 4PR möglich

192cm*

15,4km/h

+34,7%

*Herstellerangaben

Zumindest rechnerisch wäre nach oben, d.h. für noch größere Reifen Luft. Ob das dann tatsächlich noch fahr- und nutzbar ist, kann ich so nicht beurteilen. Wir haben aber schon einige 16"-Umbauten gesehen, das muss also irgendwie gehen. Letztlich geht es darum, die 20km/h-Grenze für eine möglicherweise zu erlangende Betriebserlaubnis nicht zu überschreiten, aber auch einen zeitgemäßen und sinnvollen Ersatz für die untaugliche Serienbereifung zu finden. Der ET soll mit beladenem Anhänger auf der Straße souverän im 3. Gang anfahren und auch leichte Steigungen ohne Anzuhalten und herrunter zu schalten meistern können. Freilich sind die Trelleborg richtig fette Walzen und eigentlich nur Show, wo aber bleibt bitte die Freude am Fahren? Zumindest mit den 6,5/80-12'ern ist der ET auch mit beladenem Anhänger auf feuchten Feldwegen definitv noch gut aufgestellt, die 26x12.00-12'er kann ich aber erst testen, wenn die Felgen umgebohrt und die Lochkreisadapter geschweißt sind. Mal nebeneinanderstellen zum 'mal ein Auge holen' geht vorher schon.
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 26x12.00-12 | 6,5/80-12 | 5.0-10 | 4.00-8

Ob die Radlager solche Walzen auf Dauer verkraften, ist natürlich eine ganz andere Frage. Möglicherweise muß dann auch schon der Auspuff etwas modifiziert werden. Die Walzen sind für meinen '76iger ohne Sperre vorgesehen und der wiederum nur für den reinen Anhängerbetrieb zum gemütlichen Sonntagsausflug (auf dem eigenen Acker versteht sich, um dort Blümchen zu pflücken - ähm, zu ernten). Um damit zu arbeiten, sind die natürlich viel zu groß!

Bremsen

Interessant werden für eine Betriebserlaubnis auf jeden Fall die Bremsen. Der Gesetzgeber fordert eine Bremse, deren Verzögerung größer oder gleich 1,5m/s² entspricht und bei einem Bruch eines Bremsenteils, die Bremse trotzdem noch auf ein weiteres Rad wirkt. Klingt kompliziert, ist es mit der Einzelradbremse am ET aber nicht. Der Gesetzgeber verlangt aber auch eine Feststellmöglichkeit der Bremse, um das Fahrzeug gegen unbeabsichtigtes Wegrollen zu sichern. Das geht mit der serienmäßigen Bremsanlage am ET leider nicht. Es gab zwar Bremsen am T081 (wer eine solche funktionstüchtig hat, darf sich glücklich schätzen), allerdings auch serienmäßige Anhänger, die definitiv keine Bremse ab Werk hatten. Da offenbar die Feststellmöglichkeit nur gefordert ist, wenn der Anhänger am ET hängt, sollte die eigentlich recht einfach und abnahmekonform nachzurüsten sein. Im Betrieb mit den Anbaugeräten OHNE Anhänger benötigt der ET keine Bremse, da seine zulässige Höchstmasse 250kg (auch mit Anbaugerät) nicht übersteigt. Ich muss nochmal in der 1964iger StVZO der DDR nachschlagen, vielleicht ergeben sich noch geringfügig andere Bauvorschriften?

Spezialwerkzeuge (wird nach und nach ergänzt)

Um am ET, bzw. dessen Anbaugeräten tatsächlich zu schrauben, brauchts auch gelegentlich spezielles Werkzeug. Eines davon wäre bspw. der Abzieher für die Radnaben. Solch Keilwelle mit Paßfeder sitzt u.U. extrem fest und das dünne 5mm-Blech, an dem die Radbolzen von hinten angeschweißt sind (die Radnabe), eignet sich definitiv nicht zum Ansetzen eines Abziehers. Mit dem passenden Adapter für jeden üblichen 2-Armabzieher geht das. Braucht man bspw. um die Wedi's zu wechseln, Radbolzen zu tauschen, etc. 

Tipp zur Anwendung: Nachdem der Abzieher an der Radnabe verschraubt wurde, wird er über die Spindel auf Spannung gebracht. Sollte sich die Radnabe dabei noch nicht lösen, werden mit einem Schon(!!!)hammer ein paar gezielte Schläge auf die Spindel des Abziehes gegeben und die Radnabe springt herunter. Also nicht mit zöllich Roooähr als Verlängerung vom Schraubenschlüssel drücken bis irgendwas abreißt. Ihr wißt, wie das endet...


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Ihr kennt alle die Gardena-Drehstromadapter? Das wird ein Adapter von SDS-Plus auf Barkas. Sprich ein elektrischer Anlasser über die dicke Bohrmaschine. Gerade zum Basteln will ich nicht jedesmal die komplette Freilaufstartritzelei montieren nur um dann 10x vergeblich den Starthebel zu ziehen und alles wieder zu demontieren... Ihr wißt, das Material wird davon nicht besser. Mit dem Adapter sollte so'n Motor um einiges schneller Drehen und ggf. auch anspringen.

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Zum Abziehen der Zahnräder vom Wellenstumpf des EL308 (hin und wieder sind da Getriebe und Kupplungen dran verbaut, die ganz gern von den Benzinkuhtreibern beim Holzholen im Wald verheizt werden), eignen sich übrigens so genannte Trennmesser. Je nach Maßhaltigkeit der Kurbelwelle und des Zahnrades, fallen die einem beim Lösen der Mutter schon fast entgegen oder sitzen bombenfest. In diesem Fall mutiert selbst der Trennmessereinsatz zum wilden Abenteuer. Laßt die Mutter drauf, sonst fliegt Euch das Zahnrad quer durch die Werkstatt und in der Größe und mit dem Druck zusätzlich zu Hitze und Kälte, den man teilweise aufbringen muss, macht das u.U. auch richtig böse "Loch im Kopf".

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Das allergenialste Werkzeug schlechthin ist dieser Getriebeöllikörsoßenfondanttrichter. Der fasst 1,3l feinstes Getriebeöl und das kann in aller Ruhe ins Getriebe tröpfeln, ohne das man da stundenlang daneben sitzen und warten muss, bis das in Zeitlupe durch dieses Minilöchlein von Einfüllöffnung gekrochen ist. Gibts von Beeketal unter den o.g. Suchbegriffen im Auktionshaus und nach dem fachmännischen Einsatz des WIG-Brenners hat der auch eine passende und stabile Tülle unten dran. die durch die Öffnung im Getriebe paßt.
Prädikat: Besonders wertvoll. :-)

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Interessantes & Netzfundstücke

Anfangen will ich mit Daniels ET und ein paar wirklich gut gemachten Umbauten. Eine wie ich finde optische Augenweide! Sind doch einige technische Dinge bereits umgesetzt, die ich auf die ein oder andere Art auch vor habe.

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Interessant ist definitiv die 16"-Bereifung in der Dimension 6.00-16 auf umgeschweißten TZ4K-Felgen mit entsprechenden Spurverbreiterungen und die Drehstromlichtmaschine vom Trabant als einige der auffälligsten Umbauten. Aber auch die Kupplung zwischen ET und gefedertem Anhänger ist technisch interessant gelöst, genau so wie die Federung vom Anhänger selbst und natürlich die verstellbare Fußrastenanlage für Sitzriesen und andere Piloten. Letztendlich strotzt das Gespann vor interessanten Detaillösungen, die einerseits mit viel Liebe und Sachverstand umgesetzt und andererseits nachahmenswert sind. Danke für die Bilder. 

Es gab neben der Hupe in Wagenfarbe und einem interessant nach unten gelegtem Auspuff, einen Satz umgeschweißte Felgen vom kleinen tschechischen TZ4K (6.00-16 AS), das Radlager vom Smart als Drehgelenk für den Anhänger, eine verstellbare Fußrastenanlage und Schraubenfedern einer Opel Corsa Hinterachse auf Achskörpern eines HP400 (coole Kombination!). Wer genau hinsieht, entdeckt mit Sicherheit noch das ein oder andere interessnte Detail. Wirklich toll gemacht!

Den derzeitige Abschuss des sprichwörtlichen Vogels schafft diese Frechheit im Auktionshaus. 

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Es wundert mich ein bisschen, dass diese 24-seitig Beschreibung den Besitzer noch nicht gewechselt hat. Was mag dann meine ebenfalls originale von 1958 mit Einlegefaltblatt zu den Vertragswerkstätten erst wert sein...? Ich schrieb es ja schon auf der 2. Seite, dass die Gier einiger Zeitgenossen den Blick auf's reale Leben völlig vernebelt. Man möchte ihnen die Seiten einzeln und  zusammengeknüllt und nacheinander ins Maul stopfen, nur um sie irgendwie von dieser Seuche zu befreien (das hilft nur leider auch nicht)... :-\

Sogar ein Dieselmotor hat es bereits an einen ET geschafft. Ein kleiner Hatz E571 mit 3 Pferdchen bei 3000U/min. Der Hatz stammt wohl ursprünglich von einer Rüttelplatte. Die Kupplungsglocke ist selbstgeschweißt und laut Eigentümer soll der Hatz "besser gehen" als der 308er. Sehr wahrscheinlich durchzugsstärker dank früher im Drehzahlband anliegendem Drehmoment? Danke Wolfgang für die Infos und Bilder :-)

Leider habe ich über den Motor noch nicht allzuviel heraus bekommen. Hatz selbst will wohl mit seiner Geschichte und seinen (alten) Produkten erwartungsgemäß recht wenig zu tun haben (ist halt doof, wenn der alte Kram immer noch läuft, damit verdient man kein Geld für die Aktionäre) und deren Eintrag in der "freien Enzyklopädie" ist genau so durchgestylt und von störendem Beiwerk (ähm, Informationen zum Nachschlagen) befreit, dass man sich eine Recherche dort mittlerweile auch echt sparen kann. (und dafür betteln die auch noch jedes Jahr pünktlich zu Weihnachten um Geld?!) Wer's nicht glaubt, der werfe einen Blick in die Statistik dieser Webseite. Die Motoren wurden wohl von den 1970iger an bis in die 90iger Jahre gebaut? Sobald ich ein paar techn. Grundinfos dazu habe, werde ich sie Euch nicht vorenthalten. Interessant ist die Idee allemal und ich gebe zu, selbst schon mit einem Selbstzünder geliebäugelt zu haben... ;-)  
update 17.05.2021: Nach einer weiteren Stunde harter Recherche in den Weiten des WorldWideWeb komme ich beim kleinen einzylindrischen, viergetakteten und direkt eingespritzen Hatz auf etwa 36 - 56kg (hört hört, je nach Ausstattung) Motorengewicht, 225cm³ Hubraum bei 71mm Bohrung und 57mm Hub und eine hochinteressante Angabe für einen Stationärmotor zu einen Kippwinkel von 20° in alle Richtungen für einen sicheren Betrieb. Drehmomentangaben habe ich noch keine gefunden.

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Auf der täglichen Suche nach Ersatzteilen bin ich über dieses Schätzchen gestolpert. Freilich ist der Verkäufer für realistische Preisvorschläge offen, so schreibt er zumindest. Wenn man sich allerdings am teuersten Gebrauchtmotor orientiert, der seit Monaten im Auktionshaus (sehr wahrscheinlich deshalb?!) nicht verkauft wird, dessen Preis mal fix verdoppelt und glaubt, seinen unvollständigen Motor (es fehlt u.a. das Reglergestänge) zu solch einem Phantasiepreis verkaufen zu können, scheint der Verkäufer doch in einem anderen Universum zu leben. Das selbst der seit Wochen parallel dazu angebotene Neumotor für 320,- € im Auktionshaus mit Gewährleistung vom Händler ganz offenbar (auch) wegen dem Preis keinen Käufer findet, scheint den Verkäufer darauf hingewiesen nicht zu beeindrucken. Dazu gehört schon eine gewisse Portion Beratungsresistenz. Vielleicht taucht der Motor in 10 oder 20 Jahren nochmal auf und möglicherweise bekommt der Verkäufer dann seinen Wunschpreis? Warum macht man so etwas? Scheinbar fehlt mir da ein Genbaustein in der DNA, eine Windung im Hirn... - keine Ahnung?! Ich verstehe es einfach nicht, weshalb keine Preisrecherche vorm Einstellen solcher Angebote gemacht werden, um wenigstens einen halbwegs reale Preisvorstellung zu bekommen und vor allem einem möglichem Kaufinteressenten zu vermitteln.  Das der Motor zwischenzeitlich bei 666,- € lag und nun für 550,- € angeboten wird, zeigt nur, dass der Verkäufer immer noch glaubt, auf einem Klumpen Gold zu sitzen...

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Für völlig unaufgeregte und beide Seiten fair verhandelte 200,- € hat dieser Neumotor aus 1990 den Besitzer gewechselt, inklusive Versand wohlgemerkt. GLS schafft das bis 40kg, nur falls das mal jemand wiederholen mag. Und das war im Vergleich zu den letzten 3 (in Worten: drei) neuen Motoren noch nicht mal ein Schnäppchen, genauer gesagt der mit Abstand bisher teuerste. Aber ich konnte mir Zeit und Aufwand des Abholens sparen und bekam den Motor frei Haus geliefert. So gesehen relativiert sich die Mehrausgabe schlagartig... Von wegen Motoren für 700,- € und so?! ^^
PS: Das der Stromabnehmer abgebrochen ist, wußte ich vorm Kauf. 

Hier läuft der nagelneue Motor von der Startseite mal Probe. Aufgefallen war mir beim ersten Starten im März '21 schon, dass der vom Laufgeräusch der Kurbelwellenlager unheimlich hart klingt. Beim vorsorglichen Wechseln der Simmerringe nach dieser Zeit, kam auch ein Haufen Rost aus den Lagern raus, aber das Kurbelgehäuse hatte ich gründlich mit Bremsenreiniger ausgespült. Offenbar ist der Motor einfach über die Jahre falsch gelagert und feucht geworden? Der Motor ist mit einer nagelneuen Endemann-Zündspule und dem großen (Transistor-)Zündchip ausgerüstet und kommt auf den ersten Zug. Aufgrund des unschönen Laufgeräusches bin ich noch am überlegen, ob ich ihm einen Platz auf einem meiner Notstromer reserviere und dort auf den Lagerschaden warte oder die Kurbelwelle raus nehme und erst noch die Lager wechsele... Das Betonelement verstärkt natürlich den akustischen Effekt noch. Der Edelstahlbasteltank und der VA-Auspuff sind beide nicht auf meinem Mist gewachsen. Der Auspuff hing an einem ET, den ich zum Jahreswehchsel 20/21 erworben hatte und soll auf meine "Nr. 2".
Bevor ich den Motor nochmal auf mache, werde ich den über Nacht einfach mal mit Diesel aufgefüllt stehen lassen und ein paar mal langsam von Hand durchdrehen und dann den Ablasshahn zum ablassen der Soße raus schrauben. Vllt. kommt da noch Dreck raus, den ich mit Bremsenreiniger vorher nicht erwischt hatte? Das gibt dann zwar beim nächsten Start eine riesen Nebelwolke, bis der Diesel verbrannt ist, aber die Lager klingen alles andere als schön. Vielleicht läuft sich das wieder ein, vielleicht auch nicht, dann muss ich ihn so oder so zum Lagerwechsel auf machen... So ist das. ab Werk mutmaßlich nicht konserviert und dann hat er jahrzehntelang irgendwo gestanden.

Im brandenburgischen Vettin wird einem ET081 gerade ein Lifan 188F-C adaptiert. Dabei handelt es sich um einen der unzähligen Honda-, bzw. Briggs & Stratton-Nachbauten aus dem chinesischen Großkonzern. 13 PS, 23Nm und 390cm³ bei 30kg - das klingt von den Papiertigerdaten erst einmal nicht schlecht. Ich bin auf die ersten Probeläufe und Fahreindrücke am ET gespannt. Mein Namensvetter wird uns sicher dazu auf dem Laufenden halten. 

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Ganz nebenbei hatte er einem seiner ET's (der Trend geht ja zum Zweit- oder Dritt-ET) auch einen Amal 21T Vergaser verpaßt und entsprechend adaptiert. Die Anpassungsarbeiten für die Bedüsung stellte sich letztlich als genau so langwierig heraus, wie beim 24N2... Eine Augenweide sind die selbstgedrehten Adapter und Flansche - wirklich toll gemacht, Hut ab!